Amoklauf mit Machete im Allgäu - Feuerlöscher stoppt Täter

Oberstdorf | am 01.03.2015 - 16:28 Uhr | Aufrufe: 1024

Vermutlich aufgrund zurückliegender Unstimmigkeiten ging ein 23-jähriger Mann in der vergangenen Nacht in Oberstdorf mit einer Machete auf mehrere Verwandte los. Erst ein Feuerlöscher konnte ihn stoppen.

Symbolbild BlaulichtGegen 21:45 Uhr betrat der junge Mann aus Memmingen eine Jugendherberge im Nahbereich von Oberstdorf, in der sich zu diesem Zeitpunkt mehrere Personen aus seiner Verwandtschaft in einer in dem Gebäude befindlichen Wohnung aufhielten. Im Anschluss kam es zu mehreren Gewalttätigkeiten seitens des Mannes die sich nach dem derzeitigen und noch nicht abschließend gesicherten Stand der Ermittlungen wie nachfolgend geschildert ereignet haben sollen.

Mit Machete in Jugendherberge aufgetaucht

In der Wohnung angekommen, schlug der 23-Jährige mit einer mitgeführten Machete auf einen 25-jährigen Familienangehörigen ein. Dem schwer Verletzten, sowie einer 27-jährigen Frau, die sich als Gast in der Herberge aufgehalten hatte und zu Besuch in der Wohnung war, gelang die Flucht aus dem Zimmer. Der 23-Jährige ging daraufhin mit der Machete auf einen 26-jährigen Verwandten und dessen 29-jährige Freundin los. Bei diesem Angriff wurde der Mann schwer und die Frau leicht verletzt. Nachdem es auch diesen beiden gelungen war aus der Wohnung zu flüchten folgte der Tatverdächtige ihnen, scheiterte jedoch an einer zugehaltenen Türe.

Onkel sprüht Amokläufer mit Feuerlöscher ein

Der 23-Jährige wechselte daraufhin zu einem in Sichtweite liegenden Hotel. Aufgrund der verschlossenen Hoteltüre drang er über ein eingeschlagenes Fenster in das Gebäude ein. In dem Gebäude schlug der Memminger mit der Machete auf seinen 59-jährigen Onkel ein und verletzte ihn ebenfalls schwer. Einem 38-jährigen, weiteren Verwandten, gelang es den Angreifer mit einem Feuerlöscher einzusprühen. Hierdurch ließ dieser von weiteren Tätlichkeiten ab und die beiden Männer konnten fliehen.

Opfer werden in der Nacht notoperiert

Die zwischenzeitlich herbeigeeilten Beamten der PI Oberstdorf konnten den 23-jährigen Tatverdächtigen schließlich im Freien widerstandslos festnehmen. Die Tatwaffe wurde sichergestellt. Die drei schwerverletzten Männer und die leicht verletzte Frau wurden vom Rettungsdienst erstversorgt und in Krankenhäuser gebracht. Alle drei Schwerverletzten mussten noch in der Nacht notoperiert werden. Nach den der Polizei vorliegenden Informationen befinden sie sich nicht in Lebensgefahr. Zum Zeitpunkt des Vorfalls war das Hotel mit rund 20 Personen und die Jugendherberge mit rund 60 Personen belegt. Der Vorfall verlief für den Großteil der Hotelgäste unbemerkt. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Hostel, die einen Teil der Geschehnisse miterlebt hatten, wurden im Nachgang von Kriseninterventionsteams betreut. Neben etlichen Einsatzkräften der Polizei waren, sechs Sanitäter und zwei Notärzte sowie zehn Kräfte der Bergwacht Oberstdorf im Einsatz.

Tatmotiv noch nicht abschließend geklärt

Die Ermittlungen zu dem Vorfall wurden noch in der Nacht vom Kriminaldauerdienst des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West übernommen und werden seit den Morgenstunden von 15 Beamten der Kripo Kempten fortgeführt. Derzeit ist die Frage nach dem Motiv des Tatverdächtigen noch nicht abschließend geklärt, so dass dieses noch nicht kommuniziert werden kann. Da die Geschädigten noch nicht vernehmungsfähig sind, werden vor frühestens Montag keine über den Inhalt dieser Meldung hinausgehenden Erkenntnisse kommuniziert werden können.

Quelle: Polizei Bayern

Bild: retter.tv Symbolbild

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