Aus dem Verkehr gezogen: Selbstgebauter Spezialtransporter war Schrott auf Rädern

Einem aufmerksamen Verkehrsteilnehmer aus Kirchheim ist es zu verdanken, dass am Samstagabend auf der A 4, in Richtung Osten, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Verkehrsunglück mit schweren Folgen verhindert werden konnte. Gegen 19:00 Uhr teilte er der Autobahnpolizeistation Bad Hersfeld telefonisch mit, dass ein polnischer Sattelzug auf der Autobahn unterwegs sei. Dieser habe einen Stadtbus geladen und sei "offensichtlich mit dieser Ladung überfordert".

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Durch eine Funkstreife wurde der dubiose Transport an der Anschlussstelle Bad Hersfeld von der Autobahn geleitet und auf einen Parkplatz gelotst. Die erste Sichtung durch die Polizeibeamten ließ nichts Gutes erahnen. Daher wurde dem Fahrer zunächst aus Gründen der Gefahrenabwehr die Weiterfahrt untersagt und die Sachbearbeitung in die Wege geleitet. Die Beamten der Schwerverkehrskontrollgruppe der Autobahnstation Bad Hersfeld übernahmen zusammen mit einem sachverständigen Gutachter die weiteren Ermittlungen. Dieser stellte zunächst fest, dass der verwendete Sattelanhänger für jegliche Art von Lasttransporten ungeeignet war und selbst nur noch als "Schrott" zu bezeichnen sei.

Spezialtransporter war selbstgebaut

Dazu hatte man offensichtlich aus einem Unfallfahrzeug durch nicht fachgerechten Umbau einen Spezialtransporter für Schwerlasten bauen wollen. Hierzu waren unter anderem aus dem Hilfsrahmen Metallteile herausgeschnitten und nachträglich Schwerlastzurrpunkte (8000kg) unsachgemäß eingeschweißt worden. An diesen Punkten war der 12000kg schwere Stadtbus mittels Ketten und Gurten fixiert worden. Einer dieser Schwerlastzurrpunkte war dermaßen laienhaft angebracht, dass einer der Beamten diesen nur mit Körperkraft aus seinem Rahmen ziehen konnte. Mit dieser "Sicherung" sollte der Stadtbus 1500 km weit, von Frankreich nach Polen, transportiert werden.

Weitertransport wurde verboten

Die Beamten der Polizeiautobahnstation leiteten gegen den Halter/Geschäftsführer dieser Transportfirma ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein, bei dem der Erlös der Tour eingezogen wird. Weiterhin verboten sie den Weitertransport mit dem Sattelanhänger, zumindest auf deutschen Straßen. Der Bus musste mittels Kran umgeladen werden. Außerdem beantragten die Beamten, der Transportfirma die Ausnahmegenehmigung zur Durchführung von Schwerlasttransporten auf deutschen Straßen, aufgrund von Unzuverlässigkeit zu entziehen.

Text- und Bildquelle: Polizeipräsidium Osthessen

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