Blitz-Marathon 2016 - Schon mal an die Opfer gedacht?

Oberhausen | am 19.04.2016 - 11:12 Uhr | Aufrufe: 2414

Wenn es euch heute beim Blitz-Marathon 2016 auch erwischt hat und ihr euch darüber gerade tierisch aufregt, dann haltet doch einmal einen kurzen Moment inne. Denn während ihr meist mit einer Geldstrafe davon kommt,  müssen die Angehörigen der Unfallopfer, die durch Raser getötet wurden, ihr Leben lang mit diesem Schmerz leben. Aus diesem Grund hat sich das Polizeipräsidium Oberhausen dieses Jahr etwas Besonderes ausgedacht, das Zuschnellfahrer in Zukunft abschrecken soll.

Am heutigen Donnerstag stand wieder der jährlich durchgeführte Blitz-Marathon an. Seit 2011 wird mit dieser Strategie massiv und mit messbaren Erfolgen gegen zu hohe Geschwindigkeit gekämpft – denn die ist nach wie vor die mit Abstand häufigste Unfallursache. Analysen zeigen, dass Verkehrsunfälle zu über 95% durch menschliches Fehlverhalten verursacht werden. Dazu zählt auch, Geschwindigkeitsbeschränkungen nicht einzuhalten.

„Überwiegend positive Wirkungen zu verzeichnen“

Aus der Begleituntersuchung zum bundesweiten Blitzmarathon der RWTH Aachen geht hervor, „dass überwiegend positive Wirkungen zu verzeichnen waren. Das Ausmaß dieser positiven Effekte ist an den einzelnen Standorten allerdings differenziert zu bewerten.“ Denn je höher die Überschreitungen ausfielen, desto größere Wirkungen konnten erzielt werden, und vice versa.

Schon einmal an die Opfer gedacht?

Die Aufregung, wenn man geblitzt wird, ist verständlicherweise groß. Denn wer wird gerne auf seinen eigenen Fehler hingewiesen – und soll dann auch noch dafür zahlen? Doch das Polizeipräsidium wollte dieses Jahr den Gedankenschwerpunkt einmal in eine andere Richtung lenken. Denn habt ihr schon einmal an die Opfer der Raserunfälle gedacht? Oder daran, wie Angehörige und die an der Unfallstelle mit den Unfallfolgen konfrontierten Retter damit umgehen?

Videoclips sollten abschrecken

In Oberhausen standen deshalb heute an ausgesuchten Messstellen ein einsatzerfahrener Feuerwehrmann und zwei Polizisten bereit, die den ertappten Verkehrssündern ihre eigenen Erlebnisse an unterschiedlichen Unfallorten eindringlich schilderten. Dazu haben sie Videoclips erstellt, die sich Verkehrsteilnehmer an Ort und Stelle ansehen konnten und die zeitgleich auf der Polizei-Facebook-Seite gepostet wurden. Bleibt nun nur noch zu hoffen, dass diese Maßnahme etwas in den betroffenen Verkehrssündern bewirkt hat.

Quelle Bild und Text: Polizeipräsidium Oberhausen

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