Haarscharf vorbei: Leichtsinn gefährdet Menschenleben

Großes Glück hatte der Fahrer eines Schwerlasttransporters, der vergangene Woche einen 23 Tonnen schweren Kettenbagger von Koblenz kommend nach Polen transportieren wollte.

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Als er auf der Autobahn A 5 vor dem Steigungsbereich am Rimberg in Richtung Norden verkehrsbedingt abbremsen musste, verrutschte der Bagger auf der Ladefläche. Er zerdrückte die Stirnwand des Sattelanhängers und schrammte buchstäblich "haarscharf " am Fahrerhaus des Transporters vorbei. Anschließend schlug die tonnenschwere Arbeitsmaschine auf der Fahrbahn auf. In Folge eines Bremsmanövers waren die Sicherungsketten, mit denen der Bagger auf der Ladefläche fixiert war, aus ihren Zurr-Ösen gerissen.

Für den Transport völlig ungeeignet

Schnell waren die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Alsfeld zur Stelle. Sie fuhren den verrutschten Bagger professionell vom Sattelanhänger herunter und reduzierten die Verkehrsbehinderungen an der Gefahrenstelle auf ein Minimum.

Bei der anschließenden Unfallaufnahme stellten die fachkundigen Beamten der Bad Hersfelder Autobahnpolizei fest, dass der verwendete Anhänger für den Transport des Baggers völlig ungeeignet war. Anstelle eines speziell für schwere Lasten konstruierten Anhängers handelte es sich um einen normalen Standard-Anhänger, dessen ursprünglicher Planen-Aufbau abgerüstet war. Außerdem war laienhaft eine Auffahrtrampe angeschweißt. Diese provisorische Konstruktion hatten die Erbauer mit viel roter Farbe übertüncht und sich sodann eine Genehmigung für solche Transporte besorgt. Ein Sachverständiger bescheinigte dem vermeintlichen Schwerlastanhänger folgerichtig seine Ungeeignetheit.

"Nicht vorstellbar was passiert wäre..."

Nach erfolgter Unfallaufnahme leitete die Polizei ein Verfahren zur Einziehung des Wertersatzes von Taterträgen (ehemals Verfallverfahren) gegen den Spediteur ein. Darüber hinaus berichtet sie der Genehmigungsbehörde über den Vorfall mit dem Ziel, dem polnischen Unternehmen die Genehmigung zur Durchführung solcher Transporte aus Gründen der Unzuverlässigkeit zu entziehen.

"Nicht vorstellbar was passiert wäre, wenn der Bagger nach links auf die Autobahn aufgeschlagen wäre oder er sich im Bereich der Gefällestrecke vom Rimberg gelöst hätte.", resümiert Polizeihauptkommissar Jürgen Gleitsmann, stellvertretender Leiter der Bad Hersfelder Autobahnpolizei, den Vorfall. "Wer so leichtsinnig und unverantwortlich mit der Gesundheit oder mit dem Leben anderer Verkehrsteilnehmer spielt, hat auf öffentlichen Straßen nichts zu suchen."

Quelle (Bild + Text): Polizei Osthessen

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