Hameln: Medical Task Force der Polizei übt für Ernstfall

In Hameln fand am heutigen Samstag niedersachsenweit erstmalig eine Zivilschutzübung der vollständigen Medical Task Force der Polizeidirektion Göttingen statt. Insgesamt waren daran 180 Einsatzkräfte beteiligt. Hier geht es zur Einsatzgalerie.

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Deutschlandweit wurden durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe 61 Medical Task Forces eingerichtet und ausgestattet. In Niedersachsen wurde jeder Polizeidirektion eine Medical Task Force zugeordnet. Eine Medical Task Force ist eine mit Ärzten und Sanitätern besetzte taktische Sanitätseinheit mit Spezialfähigkeiten, die nicht örtlich begrenzt, sondern bundesweit dort eingesetzt werden kann, wo eine herausragende Anzahl von Verletzten versorgt werden muss. Zu den Aufgaben einer Medical Task Force gehören unter anderem die Dekontamination Verletzter und der damit verbundene Aufbau von entsprechenden Behandlungsstellen sowie der Transport von Patienten.

Dekontamination und Patientenleitsystem als Übungsmittelpunkt

Die Medical Task Force der Polizeidirektion Göttingen ist die erste Einheit, die nicht nur eine Teil-Übung durchführt, sondern die komplette Task Force in eine Schulungs- und Ausbildungsübung eingebunden hat. An der Übung auf dem ehemaligen Gruppenübungsgelände der britischen Streitkräfte direkt an der Weser waren das Deutsche Rotes Kreuz und der Arbeiter Samariter Bund mit Ärzten und Sanitätern sowie ABC-Spezialisten der Feuerwehr beteiligt. Im Mittelpunkt der Übung stand die Dekontamination der "Verletzten" und ein Patientenleitsystem - der Transport und die Verteilung von Patienten. In aufblasbaren, beheizten Sanitätszelten wurden für 50 "Verletzte" Behandlungsplätze eingerichtet. Eine Herausforderung war zusätzlich die Überquerung der Weser mit Krankenwagen mittels einer vom Technischen Hilfswerk gebauten Fähre.

180 Einsatzkräfte vor Ort

Insgesamt waren ungefähr 180 Einsatzkräfte unter Leitung des Deutschen Roten Kreuzes mit eigenen Spezialfahrzeugen in Hameln aktiv. Zusätzlich nahmen 60 Fachleute als Beobachter an der vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport finanzierten Übung teil. "Mit der Medizinischen Task Force setzen wir einen wesentlichen Teil der ergänzenden Ausstattung des Bundes für den Zivilschutzfall in Deutschland in die Praxis um. Zentral dabei ist das Zusammenspiel von Ausstattung und Fahrzeugen durch den Bund auf der einen Seite und hochmotivierten und gut qualifizierten Helfern auf der anderen Seite", sagt Christoph Unger, Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. "Gerade bei der Medical Task Force sind sehr viele Ausbildungsstunden zu leisten, um im Ernstfall effektiv helfen zu können. Dafür möchte ich mich bei allen beteiligten ehrenamtlichen Helfern herzlich bedanken", sagte Unger weiter.

Notwendigkeit durch aktuelle Bedrohungslage

"Nicht zuletzt die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und Herausforderungen wie der Terrorismus verdeutlichen die Notwendigkeit solcher Szenarien. Wir dürfen dabei als Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben nichts dem Zufall überlassen. Nur durch eine solche Übung können wir uns für den evtl. Ernstfall professionell vorbereiten. An einem solchen Tag dürfen Fehler passieren. Genau dadurch werden wir besser. Ich möchte mich bei allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern bedanken. Sie waren und sind verlässliche Partner an unserer Seite für die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger", sagte der Vizepräsident der Polizeidirektion Göttingen, Bernd Wiesendorf.

Bilder: Polizei Göttingen

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