Mysteriöser Brandfall in Türkheim: Verbindungen ins Rocker Milieu vermutet

Türkheim | am 12.06.2013 - 10:15 Uhr | Aufrufe: 742

Ende Mai waren zwei schwer verletzte Brandopfer vor einer Türkheimer Tankstelle zurückgelassen worden. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang mit einem Brand in Bad Wörishofen. Ein Verdächtiger ist in der Zwischenzeit festgenommen worden (retter.tv berichtete).

Symbolbild BlaulichtAufgrund der Ermittlungen an dem Brandobjekt in Bad Wörishofen, die mit Unterstützung eines Brandsachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamt geführt worden sind, steht zwischenzeitlich fest, dass es sich bei dem Vorfall um eine vorsätzlichen Brandstiftung handelt. Die Verpuffung trat ein, nachdem durch den oder die Täter Brandbeschleuniger ausgebracht worden war und sich durch die Verdunstung des Brandbeschleunigers eine zündfähige Mischung in der Luft gebildet hatte. Der Lichtblitz, der bei dieser Verpuffung entstand und von einem Zeugen wahrgenommen worden ist, war Anlass der Ermittlungsgruppe den Namen „EG Lichtblitz" zu geben.

Ein 38-Jähriger konnte festgenommen werden

Aufgrund der Ermittlung konnte kurze Zeit nach dem Vorfall ein Fahrzeug ermittelt und sichergestellt werden, mit dem die verletzten Männer vermutlich zur Tankstelle gebracht wurden. Bei dem im weiteren Verlauf im Kreis Recklinghausen festgenommenen 38-jährigen Fahrer dieses Pkw handelt es sich um einen Angehörigen eines Chapters aus Nordrhein Westfalen der Rocker ähnlichen Gruppierung „Black Jackets".

Der Mann wurde inzwischen in eine Bayerische Justizvollzugsanstalt gebracht. Die Angaben des 38-Jährigen, gegenüber dem Haftrichter liegen der Ermittlungsgruppe vor. Diese Aussagen werden derzeit mit den bisherigen Erkenntnissen abgeglichen und sind Gegenstand weiterer Ermittlungen.

Die verletzten Männer sind noch nicht vernehmungsfähig

Bei den beiden 22 und 36 Jahre alten Männern aus Bochum und dem Kreis Recklinghausen, die seit dem 26.05.2013 aufgrund ihrer schweren Brandverletzungen in Spezialkliniken liegen, besteht ebenfalls der dringende Verdacht, dass sie der Rocker ähnlichen Gruppierung zuzurechnen sind. Die schwerverletzten Männer waren nach derzeitigem Ermittlungsstand mit dem sichergestellten Pkw zu der Tankstelle gebracht worden und hatten dort das Fahrzeug noch selbständig verlassen. Der Fahrer des Pkw, der noch die Verständigung des Rettungsdienstes für die zu diesem Zeitpunkt noch ansprechbaren Männer veranlasst hatte, verließ im Anschluss das Tankstellengelände. Der Gesundheitszustand der beiden Brandverletzten ist weiterhin so schlecht, dass noch nicht absehbar ist,, wann eine Vernehmung stattfinden kann. Seitens der Staatsanwaltschaft Memmingen wird ein Antrag auf Erlass eines Haftbefehls wegen des Verdachts der Beteiligung an einer schweren Brandstiftung in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung des Gesundheitszustandes der beiden Männer gestellt werden.

Die Polizei ermittelt weiterhin in alle Richtungen

Die von der Geschädigten gegenüber der Presse geäußerten Hinweise auf zurückliegende Bedrohungen sind ebenfalls Bestandteil der polizeilichen Ermittlungen. Eine schriftliche Bedrohung der Geschädigten aus dem Jahr 2011 ist der Polizei bekannt. Der Vorgang wurde von der Polizei / der Staatsanwaltschaft in NRW bearbeitet und wird erneut überprüft. Unabhängig von dieser Bedrohung ermittelt die Polizei weiterhin in alle Richtungen. Insbesondere das Motiv für die Anwesenheit der Männer aus NRW im Allgäu sowie die Brandstiftung ist weiterhin Gegenstand der kriminalpolizeilichen Ermittlungen. Die Mitglieder der EG „Lichtblitz" stehen hiefür weiterhin in engem Kontakt mit mehreren Kriminaldienststellen in Nordrhein-Westfalen.

 

Quelle: Polizei Bayern

Bild: retter.tv Symbolbild

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