Notrufmissbrauch endet für 35-Jährigen aus Seesen mit Haftstrafe

Wegen mehrfachen Missbrauchs von Notrufen wurde jetzt ein 35-Jähriger Seesener auf fünf Monate Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt. Der Verurteilte kündigte an in Berufung zu gehen.

Ein Rettungswagen ist kein Gratis-Taxi. Dieser Grundsatz sollte eigentlich jedem geläufig sein, ist aber zum Ärger vieler Einsatzkräfte scheinbar nur zu den Wenigsten vorgedrungen. In einem besonders verwerflichen Fall wurde nun ein 35-Jähriger aus Seesen zu fünf Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt, da er zum Einen mehrfach und zum Anderen in einem besonders schweren Fall den Notruf missbraucht hatte. Der Verurteilte dachte tatsächlich, dass ein Rettungswagen nur eine andere Bezeichnung für „Gratis-Taxi“ sei, die Rechnung fällt jetzt allerdings deutlich höher aus als gewünscht.

Nach Alkohol- und Drogenkonsum kam die Idee

In der Nacht zum 19. November vergangenen Jahres kam dem Angeklagten und seinem Saufkumpan die glorreiche Idee zu wetten, dass man kostenlos nach Göttingen komme. Soweit so blöd. Die Version des Angeklagten vor Gericht war dann noch etwas abgewandelter, er gab an, dass die beiden in ihrem Rausch erkannt hätten, dass sie etwas an ihrem Leben ändern müssten und deshalb zur Entgiftung in die Göttinger Klinik wollten. Diesen hehren Zielen folgend wählte der 35-Jährige also die Notrufnummer und kam bei dem diensthabenden Rettungsassistenten in der Leitstelle raus, der der Bitte nachkam und einen RTW aus Goslar zum Einsatzort schickte, da die Besatzung aus Seesen bereits bei einem Einsatz gebunden war. Kurze Zeit darauf rief der Angeklagte noch einmal in der Leitstelle an, um zu erfahren, wo denn der Rettungswagen bliebe, woraufhin der Disponent den gerade freigewordenen Notarzt auch zu der Wohnung schickte. Dort kamen RTW und Notarzt dann auch gleichzeitig an. Nach Sicht des Angeklagten weigerten sich die endlich eingetroffenen Helfer jedoch ihn und seinen Freund mitzunehmen und dem Wunsch nach Entgiftung zu entsprechen.

Die Polizei musste schließlich anrücken, da keiner öffnen wollte

Die Versionen der Einsatzkräfte vor Gericht widersprachen dann aber völlig der Aussage des Angeklagten. Die eingetroffene Rettungsdienstbesatzung klingelte und klopfte, aber keiner wollte ihnen öffnen, woraufhin diese die Polizei hinzuzogen, die ihrerseits klingelte und klopfte. Bis schließlich der Saufkumpan des 35-Jährigen sich erbarmte zu öffnen und den versammelten Einsatzkräften erklärte, das alles sei ja nur ein Spaß gewesen und eine dumme Wette, dass man doch kostenlos nach Göttingen komme. Von Entgiftung kein Wort. Deshalb und weil der 35-Jährige bereits zweimal davor wegen Notrufmissbrauchs angezeigt war, setzte der Richter eine Haftstrafe ohne Bewährung an, gegen die der Angeklagte allerdings Berufung einlegen will. Der Saufkumpan war nicht zugegen, ihn erwartet nun ein Strafbefehl in seinem Briefkasten.

Weitere Informationen zum Notrufmissbrauch mit Haftstrafe finden Sie hier.
Bildquelle: retter.tv Symbolbild

Hinterlegte Stichworte (Tags)
Bilder und Videos zu diesem Beitrag
Das könnte Sie auch interessieren
Am heutigen Morgen,03.05.2010, gegen 02:45 Uhr, kam es auf der BAB 7, zwischen der AS Echte und der AS Seesen (Höhe Parkplatz Seesen), RF Hannover, zu einem schweren Auffahrunfall zwischen zwei ... mehr
am 03.05.2010 02:45
von Martina PetzFrau     
Eine 51-Jährige ehemalige Rettungsassistentin muss mehrere Jahre ins Gefängnis, weil sie Patienten bestohlen hat. mehr
am 18.09.2014 12:23
von retter.tvretter.tv Profilbild     
Um diese Funktion zu nutzen,
müssen Sie ein registriertes Mitglied von retter.tv sein.

Sie wollen aktiv an retter.tv teilnehmen, dann melden
Sie sich jetzt kostenlos an.

weiter zur Anmeldung