Polizei ist schockiert: Lerneffekt? Fehlanzeige!

Friedberg | am 08.11.2018 - 08:10 Uhr | Aufrufe: 4354

Es waren über 700 - über 700, die in gerade einmal vier Stunden eine Geschwindigkeitsmessstelle an der Autobahn 45 passierten und viel zu schnell waren. Es werden 258 davon sein, die demnächst erst einmal zu Fuß gehen.

In einer Pressemeldung teilt die Polizei ihr Unverständnis mit:

"Die letzte Kontrolle ist noch keine zwei Wochen her und wir "versprachen" direkt: Wir kommen wieder! Eigentlich fällt uns zu diesen Zahlen nichts mehr ein, denn sie sind erschreckend und machen irgendwie auch betroffen. Ist es so schwer sich an Geschwindigkeitsbeschränkungen zu halten? Ist es so schwer zu verstehen, dass hier nicht das eigene schnelle Fortkommen im Vordergrund steht, sondern die Sicherheit von uns allen und von denen, die dort auf der Bahn für unsere Sicherheit im Einsatz sind?

Für alle, die unseren letzten Artikel nicht kennen, kurz die Erklärung worum es hier eigentlich geht:

Unsere KollegInnen vom Bundesamt für Güterverkehr (BAG) kontrollieren regelmäßig den Schwerverkehr auf der Autobahn. Auch den Parkplatz Stauferburg an der Autobahn 45 in der Wetterau nutzen sie dazu. Damit sie die "schweren Jungs" einigermaßen sicher aus dem Verkehr ziehen können, wird die Geschwindigkeit an dieser Stelle durch einen sogenannten Geschwindigkeitstrichter erst auf 100, dann auf 80 und schließlich auf 60 km/h heruntergesetzt. Das gilt für alle Verkehrsteilnehmer. Leider müssen die Kontrolleure vom BAG immer wieder feststellen, dass sich Viele nicht an die Geschwindigkeiten halten. Daher kontrolliert die Polizei und das mit erschreckenden Ergebnissen.

Noch keine zwei Wochen ist es her, dass in nur drei Stunden über 500 Verkehrsteilnehmer die Kontrollstelle so schnell passierten, dass sie ein Bußgeld erwartet. Über 180 davon müssen mit einem zum Teil mehrmonatigen Fahrverbot rechnen. Wir fragten uns, warum die Schilder ignoriert werden und warben nach der letzten Kontrolle zum wiederholten Male um Rücksicht - für alle die auf der Autobahn unterwegs sind.

700 Verkehrsteilnehmer fuhren zu schnell

Nun, am vergangenen Montag (06. November), eine erneute Kontrolle des BAG, eine erneute Geschwindigkeitsmessung und erneut eine traurige Bilanz. Zwischen 08.20 und 12.20 Uhr haben die Kollegen von der Autobahnpolizei Mittelhessen die Einhaltung der erlaubten 60 km/h am Parkplatz Stauferburg kontrolliert. In den vier Stunden waren es dieses Mal über 700 Verkehrsteilnehmer, die deutlich zu schnell fuhren, nämlich mehr als 81km/h. Davon wiederum hatten es 285 so eilig, dass sie noch nicht mal mehr mit einem Bußgeld davonkommen, sondern ein Fahrverbot bekommen werden, von den Punkten in Flensburg ganz zu schweigen.

Als trauriger Spitzenreiter taten sich Autofahrer aus dem Kreis Hanau und Schweinfurth hervor, die mit einer Geschwindigkeit von 161 km/h an dem Kontrolleur des BAG an der Autobahn vorbeirasten. Da wir uns die erheblichen Verstöße weder erklären, noch sie akzeptieren können, werden selbstverständlich weitere Kontrollen folgen.

Aber wir möchten an dieser Stelle auch noch eine kleine Runde "Schilderkunde" einschieben, weil es ja vielleicht wirklich den ein oder anderen unter den "Zu-Schnell-Fahrern" gibt, der die Verkehrszeichen an der Kontrollstelle nicht richtig versteht. Auf dem Verkehrsschild dort befindet sich zunächst ganz oben die Reduzierung auf die Höchstgeschwindigkeit 60 km/h. Darunter befindet sich ein Überholverbot für LKW, welches durch zwei Zusatzzeichen (2,8t & auch Busse / Gespanne) ergänzt ist. Das Überholverbot gilt also für Fahrzeuge über 2,8 Tonnen, Busse und Gespanne. Die Zusatzzeichen beziehen sich immer nur (!) auf das direkt darüber befindliche Verkehrszeichen - also wirklich nur (!) auf das Überholverbot und nicht auch auf die Geschwindigkeitsbeschränkung. Die Höchstgeschwindigkeit gilt für alle (!) Verkehrsteilnehmer.

Quelle (Bild + Text): Polizei Mittelhessen

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