Polizistenmord in Augsburg: Prozess bringt neue Details ans Licht

Augsburg | am 11.03.2013 - 15:50 Uhr | Aufrufe: 1592

Zum Prozessauftakt in Augsburg begrüßten sich die mutmaßlichen Polizistenmörder und Brüder, Raimund M. und Rudi R. in Fußfesseln. Im Verlauf des Prozesses kamen inzwischen weitere Details zum grausamen Mord am Polizeihauptmeister ans Licht. 

Der Prozess der um den Polizistenmord begann mit einem Eklat. So beschimpfte einer der angeklagten Brüder, Rudi R., die Staatsanwaltschaft und nannte Deutschland einen "faschistischen Staat". Der Staatsanwalt sein ein "Drecksack", so der Angeklagte. Und die Anklageschrift verhöhnte der Mann als "Grimms Märchen".

Unvermittelte Schüsse auf Polizisten

Im Februar begann der Prozess um den Polizistenmord in Augsburg. Im Oktober 2011 sollen die beiden Brüder den Augsburger Polizisten Mathias V. kaltblütig erschossen haben. Mit ihrer Tat sollen sie einen Raubüberfall vertuscht haben wollen. So sollen sich die beiden Brüder in einer Oktobernacht auf dem Parkplatz des Augsburger Kuhsees getroffen haben. Von dort wollten die beiden zu einem Raubüberfall aufbrechen. Die Polizeistreife wollte die beiden Männer kontrollieren. Diese flüchteten aber mit einem Motorrad. Während der Verfolgungsjagd stürzten die beiden Männer mit dem Motorrad. Polizist Mathias V. forderte die beiden mit gezogener Waffe auf sich auf den Boden zu legen. Sofort feuerten die Brüder unvermittelt auf die Polizisten. Mathias V. wurde tödlich getroffen, seine Kollegin Diana K. wurde leicht verletzt.

Anwältin: Polizistenmord glich einer Hinrichtung

Auf den Polizisten wurde, laut Rechtsmedizin, insgesamt acht Mal geschossen. Die ersten drei Schüsse zwangen den Polizeihauptmeister zu Boden. Von der Kopfseite haben die Täter dann fünf Mal auf den verletzten Polizisten geschossen. Die Schüsse auf den Polizisten sollen feige und hinterhältig gewesen sein. Die Anwältin von Diana K., Mathias V.'s Kollegin argumentierte, dass die letzten fünf Schüsse einer Hinrichtung glichen. Bisher haben sich die mutmaßlichen Polizistenmörder noch nicht zu denen ihnen vorgeworfenen Taten geäußert. Wichtigstes Beweismittel sind DNA-Spuren der Täter, die am Tatort sichergestellt wurden. 

Am heutigen Montag wird der Prozess fortgesetzt.

Quelle: Augsburger Allgemeine

Bild: retter.tv Symbolbild

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