Schuss in den Hoden eines Tankstellenräubers: Polizist zu Schmerzensgeld verdonnert

Mönchengladbach | am 15.12.2016 - 11:01 Uhr | Aufrufe: 2704

Ein Mann verklagte einen Polizisten auf Schmerzensgeld, weil dieser ihm in den Gesäßbereich geschossen hatte und dadurch ein Hoden irreparabel verletzt wurde (retter.tv berichtete). Nun wurde ein Urteil verkündet.

Der heute 25-Jährige hatte im Juli 2012 eine Tankstelle überfallen und wollte dies einen Monat später bei derselben Tankstelle noch einmal wiederholen. Da er jedoch beim Ausspähen der Filiale einer Angestellten aufgefallen war, alarmierte man die Polizei, die sich im Nebenraum versteckte. Als der Mann mit einem Messer auf die Kassiererin losging, sprangen die Beamten aus ihrem Versteck und forderten ihn mit den Worten „Polizei, stehenbleiben!“ auf, eben dies zu tun – ohne Erfolg. Der Mann versuchte zu flüchten, habe aber wohl, wie nun bekannt wurde,  zuvor das Messer fallen lassen. Um ihn aufzuhalten schoss ein Polizist – und das war nicht rechtens.

Räuber verlangt 10.000 Euro Schmerzensgeld

Der Mann wurde durch den Schuss ins Gesäß so schwer verletzt, dass man ihm später einen Hoden operativ entfernen musste. Dafür verlangte der verurteilte Räuber 10.000 Euro Schmerzensgeld von dem Polizisten bzw. dem Land Nordrhein-Westfalen. Der Fall ging vor Gericht. Jetzt habe man sich Medienberichten zufolge vor dem Landgericht Mönchengladbach geeinigt, dass der Räuber 2.500 Euro bekommen soll, denn zwar habe man ihn davon aufhalten wollen, eine Straftat zu begehen, da er aber nicht bewaffnet gewesen ist und keine Gefahr für Unbeteiligte bestand, hätte der Polizist nicht schießen dürfen. Eine Notwehrsituation des Polizisten, auf die sich dieser berufen wollte, wurde nicht anerkannt.

Bild: retter.tv Symbolbild

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von Julia Schuhwerk
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