Teenager erhält Entschädigung für Polizeihund-Angriff

Karlsruhe | am 03.07.2015 - 10:58 Uhr | Aufrufe: 1128

Für die Bisse eines Polizeihundes erhält ein 14-Jähriger aus Freiburg 2500 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld. Der Jugendliche hatte vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe gegen das Land Baden-Württemberg geklagt und bekam Recht.

Es müssen schreckliche Minuten für den unschuldigen 14-jährigen gewesen sein: Als er zu Unrecht nach einen Raubüberfall für Tatverdächtig gehalten wurde und wegrannte, ließen die Polizisten ihrem Diensthund freien Lauf. Dieser schnappte sich den Jungen, stürzte ihn zu Boden und verletzte ihn mit unzähligen Bissen. Als der Hund von dem Jugendlichen genommen wurde, stellte sich heraus, dass er nichts mit dem Raub zu tun hat. Sein einziges Vergehen war die Flucht vor der Polizeikontrolle.

Etliche Bisswunden

Den Einsatz des Polizeihundes wertete das Gericht laut Südwest Presse als rechtswidrig. Damit folgte es einem Urteil aus erster Instanz des Landgerichts Freiburg. Für die Vielzahl der Bissverletzungen, die der damals betrunkene Jugendliche erlitten hatte, gebe es keinen nachvollziehbaren Grund, so die Richter des OLG. Das Ausmaß der Verletzungen sei unverhältnismäßig. Der Jugendliche war den Angaben zufolge in beide Unterarme, den rechten Oberarm, in beide Beine und den Rücken gebissen worden. Mehrere Tage lang konnte der Junge seine Hände nicht benutzen und musste ärztlich versorgt werden.

Hundeführer muss Vierbeiner unter Kontrolle haben

Der Hundeführer müsse einen Vierbeiner jederzeit im Griff haben, urteilte das Gericht. Er müsse dafür sorgen, dass es bei einem Biss zur Festnahme bleibe und ein willkürliches Beißen ausgeschlossen sei. Dies sei in der konkreten Situation nicht der Fall gewesen. Dem Jugendlichen, der bei seiner Klage durch die Eltern vertreten wurde, stehe daher Schadensersatz und Schmerzensgeld zu.

Quelle und Symbolbild: retter.tv

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