Ungewöhnlicher Fund - Kriminaltagebücher aus den Jahren 1934 bis 1945 an Polizeimuseum übergeben

Nienburg | am 17.02.2016 - 13:21 Uhr | Aufrufe: 1231

Eine Landtagsanfrage zur Thematik "Bearbeitung von ungeklärten Altmordfällen ab 1980" bei der Nienburger Polizei führte zum Auffinden von Kriminaltagebüchern aus den Jahren 1934 bis 1945. Bei der Sichtung der alten Mordakten auf dem Dachboden des Dienstgebäudes stießen die Ordnungshüter auf einen ungewöhnlichen Fund.

3 Bilder
Drei Kriminaltagebücher der Polizei Nienburg aus den Jahren 1934 bis 1945 waren scheinbar mit der Polizei immer wieder umgezogen - letztmalig 2003 vom Goetheplatz zum Amalie-Thomas-Platz. "Die Dokumente sind erstaunlich gut erhalten und penibel in altdeutscher Schrift von nur wenigen Personen handschriftlich geführt worden. Jeder einzelne Kriminalfall ist mit Eingangsdatum, Namen des Tatverdächtigen, Geschädigten, Anzeigeerstatters, Vorgangsnummer der Polizei und der Staatsanwaltschaft sowie dem Tatvorwurf dokumentiert.", führt der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes Thorsten Walter aus.

Kuriose Kriminalfälle

Mitte der 30-er Jahre sind überwiegend Diebstahlsdelikte aber auch Bettelei und Landstreichertum sowie Zechprellerei aufgelistet. Bevorzugtes Diebesgut waren damals Bekleidungsstücke und Tiere als Nahrung. Gewaltdelikte wie Körperverletzungen gab es offenbar kaum oder wurden nicht angezeigt. Zum Kriegsende mehren sich die Fälle von Fahnenflucht, Wehrkraftzersetzung und Schwarzschlachtungen.

Polizisten lesen gespannt in den Büchern

"Auch wenn sich Rolle und Aufgaben der Polizei in den zurückliegenden Jahrzehnten deutlich verändert haben, war es für uns als Aktive mehr als interessant in den Büchern zu blättern, um festzustellen, welche Inhalte und Methoden die polizeiliche Arbeit in dieser Zeit prägten.", so Polizeichef Frank Kreykenbohm, "Ich denke, für eine Organisation wie die der Polizei ist es wichtig, sich intensiv mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, nicht zuletzt, um die richtigen Entscheidungen für die Zukunft treffen zu können.".

Polizeimuseum nimmt Dokumente unter die Lupe

Ein genaueres Studium der alten Dokumente soll im Polizeimuseum Nienburg erfolgen. Der Polizeiinspektionsleiter Frank Kreykenbohm übergab im Beisein Thorsten Walters die Tagebücher an Dr. Dirk Götting, Kurator des Polizeimuseums Nienburg, der sich über die Exponate und zugleich historischen Quellen sehr erfreut zeigte.

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Quelle und Bilder: Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg

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