Vergewaltigung in Bonn – Polizei räumt Fehler ein

Anfang April wurde eine junge Frau vor den Augen ihres Freundes vergewaltigt. Als der junge Mann den Notruf wählte, wurde er mit wenig Empathie behandelt und erhielt keinerlei Verhaltensanweisungen. Die Polizei räumte nun Fehler ein.

Wie rp-online.de berichtet, kam es am 2. April in Bonn zu einer Vergewaltigung: Ein junges Paar hatte in der Siegaue gezeltet, als ein Mann mit einer Machete die Frau überfiel und sich an ihr verging. Ihr Freund war zu diesem Zeitpunkt im Zelt und wählte von dort aus den Notruf. In der Leitstelle reagierte die diensthabende Beamtin dann alles andere als angemessen: Als der panische Anrufer ihr berichtete, seine Freundin werde gerade vergewaltigt, fragte sie erst einmal nach, ob er sie verarschen wolle. Schließlich schickt die Polizistin drei Streifenwagen los und beendet das Gespräch mit dem jungen Mann mit „danke, tschö“. Verhaltensanweisungen oder beruhigendes Zureden gleich Fehlanzeige. So wartete der verunsicherte und panische Student im Zelt ab, bis der Angreifer von seiner Freundin abließ. Anschließend rief er wieder die Leitstelle an, erklärte, dass er und seine Freundin weggelaufen seien. Nun gab man dem Studenten die Nummer der Polizei Siegburg, die könne weiterhelfen. Kurz darauf traf das Paar auf einen der geschickten Streifenwagen. 20 Minuten nach dem ersten Anruf wurde den beiden endlich geholfen.

Polizei räumt Fehler ein

Nachdem das Gesprächsprotokoll mit der Leitstelle öffentlich gemacht wurde, hagelte es Kritik für die Polizei: Die Vergewaltigung wurde behandelt wie die Meldung einer Ruhestörung, dabei hatte der Anrufer Todesangst. Laut rp-online stellt sich nun die Frage: Wie viel Empathie müssen Polizisten aufbringen? Reicht es, einfach einen Streifenwagen zu schicken und dann aufzulegen? Die Polizei hat diese Fragen nun selbst beantwortet und räumt Fehler ein. Die Beamtin in der Leitstelle habe die Situation nicht richtig eingeschätzt und unangemessen reagiert. Man habe eine interne Nachbereitung eingeleitet, um die Prozesse zu verbessern.

Der mutmaßliche Täter wurde mittlerweile geschnappt, bestreitet die Vorwürfe jedoch trotz erdrückender Beweise.

Bild: retter.tv Symbolbild

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