Gefahrenstoffunfall in Kläranlage: Eine Übung für den Ernstfall

Bergisch Gladbach | am 26.04.2012 - 09:44 Uhr | Aufrufe: 1967

Am 21. April fand in Kürten die erste gemeinsame Übung der Bergungsgruppen des THW Bergisch Gladbach mit der Feuerwehr Kürten und der Johanniter-Unfall-Hilfe statt. Das Szenario: Ein Gefahrenstoffunfall in einer Kläranlage.

Die Übung fand auf dem Gelände eines ehemaligen Klärwerks in der Nähe von Kürten statt. Die Freiwillige Feuerwehr Kürten war mit einem Lösch- und dem ABC-Zug vor Ort. Die Johanniter-Unfall-Hilfe sowie das THW Bergisch Gladbach beteiligten sich an der Übung mit je einem technischen Zug - bestehend aus dem Zugtrupp und zwei Bergungsgruppen. Feuerwehr und THW leiteten und beobachteten die Abläufe während der Übung gemeinsam.

Das Ziel: Geräte und Methoden sicher anwenden!

Für die Einsatzkräfte des THW war das primäre Ziel, Geräte und Methoden sicher und fachgerecht anzuwenden. Die Übung war für die Helfer des THW als „Prüfungs-Übung“ angelegt.

Die Helfer erwartete folgendes Übungsszenario: Bei Wartungsarbeiten kommt es auf dem Gelände des Klärwerks zu einer Verpuffung mit Freisetzung von Ammoniak und Chlorgas. Dabei wird eine unbekannte Anzahl an Beschäftigten auf dem Gelände vermisst. Zudem verletzte sich ein Arbeiter beim Fällen eines Baumes und ist bewusstlos.

Bei dem „Unfall“ wurden Gefahrenstoffe freigesetzt

Als sich der „Unfall“ ereignet, ist ein Einsatzwagen und die Einsatzkräfte des THW Bergisch Gladbach gerade in der Nähe vor Ort. Die Einsatzkräfte sind mit der Suche einer vermissten Frau beschäftigt. Es werden weitere Einheiten der Feuerwehr alarmiert, da bei dem „Unfall“ Gefahrenstoffe freigesetzt wurden.

Der Zugführer des THW richtete eine Führungsstelle ein und teilte den Einsatzkräften der Bergungsgruppen ihre Aufgaben zu. Die Bergungsgruppe 1 musste dich mit der Rettung und Erstversorgung des Verletzten unter dem umgekippten Baum beschäftigen. Anschließend musste die Gruppe den Baum aus der Zufahrt, die er versperrte räumen.

Gleichzeitig versorgte die Bergungsgruppe 2 einen weiteren Verletzten, der in einer Pfütze mit ätzenden Stoffen lag. Nach der Erstversorgung wurde der Verletzte an den Rettungsdienst sowie an die Dekontaminationseinheit der Feuerwehr übergeben.

Einsatz von verschiedenen Techniken zur Rettung von Verletzten

Nun erhielt die Bergungsgruppe 2 den zweiten Einsatzauftrag. Ein verletzter Arbeiter musste von einem Faulturm gerettet werden. Er war offensichtlich schwer verletzt aber dennoch ansprechbar.
Zur Rettung des verletzten Arbeiters nutzten die THW-Einsatzkräfte einen "Leiterhebel". Der "Leiterhebel“ wird zum Retten und Bergen von bewegungsunfähigen Personen aus Höhen eingesetzt.

Die Bergungsgruppe 1 hatte nun die Aufgabe einen Verletzten vom Boden eines leeren Klärbeckens zu retten. Der Verletzte wurde mittels einer "schiefen Ebene" gerettet. Durch diese Technik können mehrere zusammengesteckte Leiterteile als Schiene für einen Schleifkorb genutzt werden. Die "schiefe Ebene" ist eine Alternative zum Leiterhebel. Mit dieser Methode können Personen von höher/tiefer gelegenen Ebenen gerettet werden.

Ein weiterer Punkt der Übung war ein Fass mit Gefahrenstoff, das während der Erkundung auf dem Gelände entdeckt wurde.

Quelle: THW Ortsverband Bergisch Gladbach

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