„112 – und niemand hilft“ - Studie zu den dramatischen Folgen des Fachkräftemangels

Frankfurt am Main | am 09.10.2012 - 09:20 Uhr | Aufrufe: 2651

„112 – und niemand hilft“ - so lautet der Titel einer Studie zum Fachkräftemangel bei Ärzten und Pflegekräften der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers. So sei in Zukunft ein dramatischer Fachkräftemangel im medizinischen und pflegerischen Bereich zu erwarten.

Ein Studie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers warnt: Sollte es keine Kursänderung geben, so fehlen im Jahr 2030 mindestens 400.000 Vollzeitkräfte, davon annähernd 330.000 in der Kranken- und Altenpflege.

Studie „112 - und niemand hilft“ geht detailliert auf zukünftiges Problem des Fachkräftemangels ein

Bereits 2010 hatte PwC eine Studie zum Fachkräftemangel veröffentlicht und vor den zukünftig fehlenden Fachkräften bei Ärzten und Pflegekräften gewarnt. Die neue Studie „112 - und niemand hilft“ geht noch detaillierter auf das zukünftige Problem des Fachkräftemangels ein.

Genauere Prognose möglich

Die Altenpflege wurde in die Studie mit aufgenommen. Zudem ermöglichte eine massive Erhöhung der Datenmenge, noch genauer zu prognostizieren sowie eine zielgerichtete Regionalisierung der Prognose vorzunehmen und eine detaillierte Szenariobetrachtung zu realisieren. 

Im Jahr 2020 etwa 340.000 Vollzeitkräfte mehr nötig

Sollte es allerdings zu keinen Maßnahmen zur Verbesserung der Situation kommen, so PwC, würden im Jahr 2020 etwa 340.000 Vollzeitkräfte mehr gebraucht werden um die gewohnte Versorgungsqualität aufrecht zu erhalten. Diese würden aber nicht zur Verfügung stehen, sollte sich in Zukunft nichts ändern.

2030: Personallücke von mehr als 630.000 Vollzeitkräften

Die weitere Entwicklung würde demnach folgendermaßen aussehen: Im Jahr 2030 könnten 106.000 Ärzte fehlen. Zudem mangelt es 2030 an 464.000 Pflegekräften. Im schlimmsten Fall drohe im Jahr 2030 eine Personallücke von mehr als 630.000 Vollzeitkräften. Mehr als jede vierte Stelle könne dann nicht besetzt werden.

PwC beschreibt aber nicht nur ein zukünftiges Szenario, sondern erläutert in der Studie auch Maßnahmen, um den Fachkräftemangel zu entschärfen. So sollen die körperlichen und psychischen Belastungen zu vermindern, um so die äußeren Bedingungen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die Erhöhung der Wertschätzung der Berufe in der Altenpflege hätte eine positive Auswirkung auf die den Pflegekräften entgegengebrachte Aufmerksamkeit. Zudem sei es gerade beim Beruf des Arztes wichtig, dass Beruf und Familie besser vereinbar wäre. Jeder vierte Arzt gebe, nach PwC, seine ärztliche Tätigkeit früher oder später auf.

Die Studie „112 - und niemand hilft“ kann kostenlos bei PricewaterHouse bezogen werden.

Quelle: PwC

Weitere Beiträge:
Nachwuchsförderung ist beim Bayerischen Roten Kreuz Chefsache. Beim „Starttag Ausbildung 2011“ des Bayerischen Roten Kreuzes trafen BRK-Präsidentin Christa Prinzessin von Thurn ... mehr
Fachkräftemangel: DRK fordert Aufwertung der Pflegeberufe
Angesichts des Personalmangels in den Pflegeberufen und der weiter deutlich steigenden Zahl von Pflegebedürftigen fordern das Deutsche Rote Kreuz und der Verband der Schwesternschaften vom DRK ... mehr
Bilder und Videos zu diesem Beitrag
Das könnte Sie auch interessieren
Fachkräftemangel: DRK fordert Aufwertung der Pflegeberufe
Angesichts des Personalmangels in den Pflegeberufen und der weiter deutlich steigenden Zahl von Pflegebedürftigen fordern das Deutsche Rote Kreuz und der Verband der Schwesternschaften vom DRK ... mehr
am 23.08.2011 09:30
von Melanie ErbeMann     
Neue Fachkräfte für Multiple-Sklerose-Patienten bei den Johannitern In Deutschland sind ungefähr zwei Millionen Menschen auf eine ambulante oder stationäre Pflege angewiesen. Das ... mehr
am 03.05.2010 09:18
von Raphael Doderer
Um diese Funktion zu nutzen,
müssen Sie ein registriertes Mitglied von retter.tv sein.

Sie wollen aktiv an retter.tv teilnehmen, dann melden
Sie sich jetzt kostenlos an.

weiter zur Anmeldung