Ärzte ohne Grenzen - Médecins sans Frontières

Deutschland | am 13.07.2011 - 15:23 Uhr | Aufrufe: 2753

Auf der ganzen Welt leisten die Ärzte ohne Grenzen medizinische Nothilfe wo sie am dringendsten gebraucht wird. Dort wo Gesundheitsstrukturen zusammengebrochen sind oder Bevölkerungsgruppen unzureichend versorgt werden.

Geschichte

Ärzte ohne Grenzen.pngZwölf Ärzte und Journalisten gründeten Médecins Sans Frontières / Ärzte ohne Grenzen im Jahr 1971. Dahinter steckte die Vision unabhängig von politischen Zwängen, neutral und unparteiisch das Recht aller Menschen auf medizinische Hilfe umsetzen.
Kontinuierlich wuchs die Organisation und gründete Sektionen in 19 Ländern. Heute ist Ärzte ohne Grenzen in rund 60 Ländern aktiv. Die Mitarbeiter helfen seither Menschen während Naturkatastrophen, Epidemien und gewalttätigen Auseinandersetzungen.
1993 wurde die deutsche Sektion von Ärzte ohne Grenzen als gemeinnütziger Verein gegründet. Er besteht aus ordentlichen Mitgliedern und Fördermitgliedern. Den Friedensnobelpreis erhielt Ärzte ohne Grenzen im Jahr 1999. Das Nobelkomitee ehrte insbesondere die Fürsprache für die Opfer von Not und Gewalt.


"Sprachrohr für Menschen in Not" – Ziele und Projekte der Ärzte ohne Grenzen

Die Aktivitäten der Ärzte ohne Grenzen gehen weit über die medizinische Versorgung hinaus. Zu den vielfältigen Projekten zählen auch der Wiederaufbau und die Inbetriebnahme von Krankenhäusern oder Gesundheitszentren, mobile Kliniken zur Versorgung von ländlichen Gebieten, Impfprogramme, medizinische Versorgung in Flüchtlingslagern, psychologische Betreuung, Aufbau von Ernährungszentren, Wasser- und Sanitärprojekte sowie Gesundheitsversorgung von besonders gefährdeten Gruppen (z.B. Straßenkinder, Slumbewohner).
In allen Projekten arbeiten die Ärzte mit nationalem Personal zusammen. Dabei wird außerdem besonderer Wert auf die Fort- und Weiterbildung der einheimischen Mitarbeiter gelegt.
Gerade in Konfliktsituationen werden die Rechte von Zivilisten nicht selten missachtet und ihnen wird Hilfe verwehrt. Ärzte ohne Grenzen setzt sich für diese Menschen ein und hebt in Ausnahmesituationen ihre neutrale Position auf. 
In kriegerischen Auseinandersetzungen werden nicht nur reale Waffen eingesetzt, sondern auch der Hunger dient als Waffe. Ärzte ohne Grenzen hat es sich zum Ziel gesetzt die Öffentlichkeit zu informieren, wenn Menschenrechtsverletzungen oder Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht von den Projektmitarbeitern bezeugt werden können.
„Auch wenn die Veröffentlichung dieser Verstöße nicht immer Leben rettet, so sind wir doch fest davon überzeugt, dass Schweigen töten kann.“
Die öffentliche Kritik an Missständen soll aber stets als letztes Mittel zum Einsatz kommen. Vorher versuchen die Mitarbeiter über direkte Gespräche und stille diplomatische Kanäle den Machtmissbrauch zu thematisieren und ihm Einhalt zu gebieten. Der Einzelfall entscheidet immer ob Informationen an die Medien weitergeleitet werden um öffentlichen Druck zu erzeugen. Das Interesse der Opfer soll immer im Vordergrund stehen, so dass diese nicht noch mehr geschädigt werden.


Organisation, Struktur und Aufbau

Ärzte ohne Grenzen ist eine private internationale Organisation. Innerhalb des internationalen Netzwerks von Ärzte ohne Grenzen gibt es fünf sogenannte operationale Zentren, in denen die bestehenden 19 Sektionen kooperieren und auf diese Weise gemeinsam Projektverantwortung tragen. Dazu gehören unter anderem Entscheidungen über Öffnung und Schließung, Umfang und Schwerpunkte der Projekte. Ziel ist es, die Projektaktivitäten in allen Sektionen in einem Verbund gleichberechtigter Partner umfassend zu verankern und durch Arbeitsteilung effizient zu gestalten. Seit 2000 ist Berlin Sitz der deutschen Sektion der Ärzte ohne Grenzen. Eine kleine Zweigstelle in Bonn wird ebenso weiterhin betrieben. Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Ärzte und Pflegekräfte, in den Projekten sind aber auch Vertreter zahlreicher anderer Berufe tätig.

Weitere Informationen zu Ärzte ohne Grenzen finden Sie auch direkt auf der Homepage der Médecins sans Frontières.

Bild: Ärzte ohne Grenzen

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