Amnesty International - Die weltweit größte Menschenrechtsorganisation

Deutschland | am 13.07.2011 - 13:23 Uhr | Aufrufe: 2463

2011 feiert Amnesty International ein Jubiläum. Die Organisation kann in diesem Jahr auf ihr 50-jähriges Bestehen und erfolgreiche Arbeit für die Menschenrechte zurückblicken. Amnesty International ist eine weltweite, von Regierungen, politischen Parteien, Ideologien, Wirtschaftsinteressen und Religionen unabhängige Mitgliederorganisation.

Amnesty International Unterschriftenliste.pngGrundlage der Arbeit von Amnesty International ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Amnesty International richtet sich gegen schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen auf der ganzen Welt.

Insgesamt hat Amnesty International weltweit 2,8 Millionen Mitglieder oder UnterstützerInnen in mehr als 150 Ländern und Regionen.

Geschichte

Am 28. Mai 1961 startete Amnesty International mit dem Artikel “The Forgotten Prisoners“ den Peter Benenson im Observer veröffentlichte. Noch im gleichen Jahr, im Juli 1961, fand die Gründungsversammlung von Amnesty Deutschland statt. Neun Jahre später, 1970, zählt Amnesty International 850 Gruppen in 27 Ländern. Nachdem die Arbeit von Amnesty International mit dem Hinweis auf unmenschliche Haftbedingungen begann, kamen in den folgenden Jahren zahlreiche weitere Themen und Kampagnen hinzu. Amnesty International startete im Dezember 1972 eine Kampagne gegen Folter. 1977 erhielt Amnesty International den Friedensnobelpreis.

Ziele, Themen und Projekte

Die Menschenrechtsarbeit von Amnesty International ist breit angelegt. Ein globales Netz von Beobachtern (Researcher) und ehrenamtlichen Mitarbeitern erstellt regelmäßig Berichte und weist auf Verstöße gegen internationale Menschenrechtsnormen hin. Diese Berichte werden auf verschiedenen Wegen an Politiker, internationale Organisationen, Multiplikatoren und Journalisten herangetragen und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Neben der Hilfe für Opfer von menschenunwürdiger Behandlung ist Aufklärung und Bewusstseinschaffung für Menschenrechte eine zentrale Aufgabe von Amnesty.

Netzwerk Eilaktionen (Urgent Actions)

Amnesty setzt sich weltweit gegen drohende Menschenrechtsverletzungen ein. Das Netzwerk Eilaktion führt die sogenannten Urgent Actions oder Eilaktionen durch, immer dann, wenn Amnesty von willkürlichen Festnahmen, Morddrohungen, “Verschwindenlassen”, Folterungen oder Hinrichtungen erfährt.
In diesem Netzwerk sind 80.000 Menschen aus 85 Ländern miteinander verbunden. 10.000 Unterstützer der Eilaktionen finden sich allein in Deutschland. Wird ein Fall von Menschenrechtsverletzung bekannt startet die Eilaktion, indem die Mitglieder und Unterstützer innerhalb weniger Stunden intervenieren. Per Luftpostbrief, Fax oder E-Mail protestieren sie bei den verantwortlichen Stellen des menschenrechtsverletzenden Staates.
Bei den Adressaten gehen Tausende von Appellschreiben aus aller Welt ein. 2010 gab Amnesty 267 neue Eilaktionen zu Gunsten bedrohter Menschen heraus, zu 252 vorherigen Eilaktionen wurden weitere Informationen veröffentlicht. Fast 40 Prozent dieser weiteren Informationen enthielten positive Meldungen, wie Freilassungen, Hafterleichterungen oder Umwandlung von Todesurteilen.

Struktur und Aufbau

Das Internationale Sekretariat von Amnesty International hat seinen Sitz in London. Internationaler Generalsekretär ist Salil Shetty. Weltweit hat Amnesty International 2,8 Millionnen Mitglieder in 150 Ländern.
Die deutsche Sektion von Amnesty International wurde 1961 gegründet. Gründungsmitglieder waren u.a. Carola Stern († 2006) und Gerd Ruge. Sitz der deutschen Sektion ist Berlin und Bonn. Derzeit bekleidet Monika Lüke den Posten der Generalsekretärin. Mehr als 110.000 Mitglieder und Unterstützer zählt die deutsche Sektion von Amnesty International. Insgesamt gibt es in Deutschland ca. 650 Gruppen die sich für die Belange von Amnesty International einsetzen. Dazu zählen auch Jugend- und Hochschulgruppen sowie Länder-, Regional- und Themenkoordinationsgruppen.

Weitere Informationen zu Amnesty International finden Sie auch direkt auf der Homepage der Menschenrechtsorganisation.

Bild: mediaparker (CC BY-SA 2.0)

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