Baby-Notarztwagen "Felix" ab sofort in Oldenburg im Einsatz

Oldenburg | am 02.11.2013 - 15:40 Uhr | Aufrufe: 2889

Viele in und um Oldenburg haben für ihn gesammelt: den Baby-Notarztwagen "Felix" zum sicheren Transport von Früh- und Neugeborenen für das Kinderklinikum Oldenburg. 

Baby-Notarztwagen Felix in OldenburgGestern wurde er in Dienst gestellt und zukünftig können damit Frühchen und Neugeborene sicher und optimal betreut zwischen den Kliniken Emden, Nordenham, Papenburg, Westerstede, Aurich, Leer und Delmenhorst und Oldenburg transportiert werden. Gemeinsam mit der Björn Steiger Stiftung, der Oldenburger Kinderklinik und der Nordwest-Zeitung haben die Bürger in ganz unterschiedlichen Aktionen stolze 218.320 Euro gesammelt. Die restlichen 231.680 Euro spendete die Björn Steiger Stiftung, um der Kinderklinik das 450.000 Euro teure Spezialfahrzeug zu ermöglichen. Im Rahmen einer Veranstaltung geladener Spender wird der Wagen präsentiert und ökumenisch getauft.

Zukünftig die kleinsten Patienten mit "Felix" transportieren

Professor Dr. Jürgen Seidenberg, Direktor in der Kinderklinik, freut sich, dass das Team zukünftig die kleinsten Patienten mit "Felix" transportieren kann. "Wir wünschen uns nachwievor, dass bei drohender Frühgeburt das sehr unreife Kind noch im Mutterleib zu uns kommt. Aber falls das nicht möglich ist oder ein Kind in schlechter Verfassung auf die Welt kommt, können wir es jetzt viel sanfter und mit mehr therapeutischen Optionen zu uns ins neonatologische Zentrum holen.", erklärt er.

Der Baby-Notarztwagen "Felix"

Die Björn Steiger Stiftung entwickelte bereits 1974 den ersten Baby-Notarztwagen als Deutschland noch die höchste Säuglingssterblichkeit der westlichen Industrienationen hatte. Mit dem Baby-Notarztwagen "Felix", der mittlerweile fünften Generation, steht der Kinderklinik Oldenburg ein Fahrzeug mit modernster Medizin- und Fahrzeugtechnik zur Verfügung, das sich in allen technischen Details von normalen Rettungswagen, aber auch bisherigen Generationen von Baby-Notarztwagen grundlegend unterscheidet. Die Stiftung hat hierfür gemeinsam mit Partnern wie z.B. der Drägerwerk AG und der Daimler AG bislang über 5 Mio. Euro in die Entwicklung investiert. 

Inkubator quer zur Fahrtrichtung 

Wie bereits im ersten Baby-Notarztwagen der Stiftung ist der transportable Brutkasten quer zur Fahrtrichtung und direkt zwischen den Achsen montiert, da damit die geringsten physikalischen Kräfte auf das Baby wirken. Vor allem die Bremskräfte werden hier auf die Körperseite verteilt und lasten nicht allein auf dem Kopf.

Aktives Dämpfungssystem für schonenden Transport

Den schonendsten Transport für das ungeborene Kind bietet der Bauch der Mutter. Ist jedoch ein Transport nach der Geburt in eine spezielle Kinderklinik notwendig, so hilft das aktive Dämpfungssystem unter dem neu konstruierten Intensivarbeitsplatz, das Kind erschütterungsfrei zu transportieren. Fahrbahnunebenheiten von bis zu 10 Zentimetern Tiefe werden mit dem extrem reaktionsschnellen aktiven Dämpfungssystem ausgeglichen.

Das neue und erstmals eingesetzte elektronische Be- und Entladesystem für den Intensivarbeitsplatz verhindert ebenfalls Erschütterungen. Zusätzliche Sicherheit bietet auch das neue Unterfahrgestell des Intensivarbeitsplatzes. Dieses Gestell ist erstmals mit einem eigenen passiven Dämpfungssystem ausgestattet worden, um die Erschütterungen von Türschwellen, Fahrstuhlkanten oder sonstige Bodenunebenheiten auszugleichen. So bietet "Felix" den kleinen Patienten auch außerhalb des Baby-Notarztwagens Schutz vor lebensbedrohlichen Erschütterungen. 

Spezielle Schalldämmung

Zusätzlich sind spezielle Schallschutzmatten in den Radkästen auf dem Fahrzeugboden sowie an den Wänden eingebaut. Dadurch sinkt die Lärmbelastung um die Hälfte gegenüber bisherigen Rettungsfahrzeugen und die geräuschempfindlichen kleinen Patienten in der mobilen Intensivstation sind auch sehr viel besser vor Fahrt- und Umgebungsgeräuschen geschützt. 

Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn Steiger Stiftung, bedankt sich bei allen Unternehmen und Privatleuten, die gespendet haben: "Da ein Baby-Notarztwagen nicht im Rettungsdienstgesetz verankert ist, zahlt keine Krankenkasse dafür. Bis also 450.000 Euro für dieses Spezialfahrzeug zusammen kommen kann es schon länger dauern und das Spendensammeln zäh werden. Umso so schöner ist es, wenn man dann gemeinsam sein Ziel erreicht hat und "Felix" wie hier an die Kinderklinik Oldenburg übergeben kann. Ich hoffe, dass viele diesem Beispiel folgen werden und damit einen sicheren Transport für Frühchen und Neugeborene an anderen Klinikstandorten ermöglichen." 

Die Björn Steiger Stiftung und das Klinikum Oldenburg bitten auch weiterhin um finanzielle Unterstützung für das Fahrzeug, da die jährlich anfallenden Betriebskosten durch Spenden und Förderbeiträge getragen werden müssen. 

Quelle: Björn Steiger Stiftung

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