Baden-Württemberg: Hilfsfristbilanz verbessert – Notärzte noch immer unterschiedlich vergütet

Baden-Württemberg | am 26.06.2012 - 13:11 Uhr | Aufrufe: 1564

Die SPD in Baden-Württemberg untersuchte in einer von ihr erstellten Studie, ob im Lande die Vorgaben an die Notfallmedizin eingehalten werden. Diese sind sehr streng und werden nur von sieben Bezirken erfüllt. Jedoch hat sich die Hilfsfristbilanz alles in allem verbessert.

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Einhaltung der gesetzlichen Hilfsfristen verbessert

Reinhold Gall (SPD) ist erfreut über die Ergebnisse der von seiner Partei erstellten Studie, in der untersucht wird, inwieweit die Notfallmedizin in Baden-Württemberg die geforderten Vorgaben erfüllt. Diese sind sehr streng, da laut Rettungsdienstgesetz nach möglichst zehn, spätestens jedoch nach 15 Minuten der Notarzt an der Einsatzstelle sein muss. In einem Jahr soll dies in 95% aller Notarzt-Einsätze erfüllt werden. Von den 37 Rettungsdienstbezirken in Baden-Württemberg erfüllten 2011 nur sieben Bezirke die Vorgabe: Böblingen, Heidenheim, Heilbronn, Karlsruhe, Konstanz, Schwarzwald-Baar und Stuttgart. Im Vergleich zu 2010 ist dies wirklich eine Verbesserung, da damals nur drei Bezirke die Fristen regelmäßig einhielten.

Notärzte noch immer unterschiedlich vergütet

Ein Problem in der Notfallversorgung stellt die unterschiedliche Vergütung der Notärzte dar. Krankenhausärzte, die mehr als 90 Prozent der Notfalleinsätze leisten, erhalten für einen 24-Stunden-Dienst 480 Euro, inklusive einem Einsatz. Für jeden weiteren Einsatz können Sie 72,50 Euro abrechnen. Bei den niedergelassenen Ärzten gibt es noch immer Streitigkeiten zwischen den Kassen und den Ärztevertretern, da es für sie bald kein landesweit gültiges Honorar mehr gibt. Seit 2008 erhalten diese Ärzte eine Tagespauschale von 320 Euro inklusive zweier Einsätze. Für jeden weiteren Einsatz bezahlt die Krankenkasse 60 Euro. Am Wochenende erhalten die niedergelassenen Ärzte 340 Euro für einen Notfall-Einsatz. Dies halten die Mediziner nicht mehr für angemessen. Da sich die Kostenträger nicht auf einen landesweit gültigen höheren Satz einließen, müssen die Ärzte nun auf regionaler Ebene verhandeln.


Hier erfahren Sie mehr über die Verbesserung der Hilfsfristbilanz und die unterschiedliche Vergütung der Notärzte in Baden-Württemberg.

Bildautor: Jörn Fries

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