CARE-Vorsitzender Scharrenbroich zur humanitären Krise am Horn von Afrika

Berlin | am 07.09.2011 - 10:30 Uhr | Aufrufe: 282

CARE-Vorsitzender Scharrenbroich nach Rückkehr aus Kenia: „Sichere finanzielle Zusagen bis mindestens zum Frühjahr 2012 nötig“

CARE-Vorsitzender Scharrenbroich zur humanitären Krise am Horn von AfrikaDer Vorsitzende von CARE Deutschland-Luxemburg, Staatssekretär a.D. Heribert Scharrenbroich, forderte heute vor der Bundespressekonferenz in Berlin eine gemeinsame Anstrengung von Regierungen, UN-Organisationen und Nichtregierungsorganisationen, um angesichts der verheerenden Dürre am Horn von Afrika die Nothilfe bis mindestens ins Frühjahr 2012 aufrechtzuerhalten. Scharrenbroich besuchte in der vergangenen Woche gemeinsam mit dem Stellvertretenden Vorsitzenden des Bundestagsausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, Herrn Michael Brand, MdB, die Flüchtlingslager von Dadaab, in denen inzwischen mehr als 423.000 Flüchtlinge leben, die fast alle aus Somalia stammen.

„Es geht nun unmittelbar darum, Menschenleben zu retten und die Hilfsleistungen für den Strom an Neuankömmlingen in Dadaab sowie für die von der Dürre betroffenen umliegenden Gemeinden aufrecht zu erhalten“, so Scharrenbroich. Es sei bedauerlich, dass bisher nur 60 Prozent der von den Vereinten Nationen eingeforderten 2,5 Milliarden US-Dollar zugesagt worden seien. Die vor Ort tätigen Organisationen bräuchten sichere finanzielle Zusagen für die kommenden Monate, auch wenn das öffentliche Interesse für diese Krise abnehmen sollte. „Die Bundesregierung und das deutsche Parlament sollten diese Frage mit den vor Ort engagierten Organisationen - etwa in einem Hearing - erörtern.“ Eine solche Anhörung könne ein wirkungsvolles Zeichen gegen das Vergessen setzen, so der CARE-Vorsitzende.

Gleichzeitig unterstrich Heribert Scharrenbroich den Erfolg von Vorsorgeprogrammen von CARE, wie dem seit mehreren Jahren unternommenen Ausbau der Wasserleitungen in Dadaab oder den landwirtschaftlichen Programmen im Norden Somalias. „Diese Form der Unterstützung ist humaner, preiswerter und nachhaltiger als die Notversorgung mit Nahrung und Wasser“, betonte der CARE-Vorsitzende. „Wenn sie besser auf Dürrezeiten vorbereitet sind, müssen Familien erst gar nicht ihre Heimat verlassen.“

Die internationale Gebergemeinschaft stünde ebenso wie die Regierungen der Länder am Horn von Afrika in der Verantwortung, den betroffenen Regionen zu helfen, sich auf die wiederkehrenden Dürren besser und frühzeitiger vorzubereiten.


Quelle: CARE

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