Die Rolle der Achtsamkeit für Gesundheit in der Organisationsentwicklung

Andernach | am 15.11.2011 - 09:32 Uhr | Aufrufe: 576

Fachtagung zum Thema Gesundheitsmanagement mit mehr als 100 Teilnehmern aus rheinland-pfälzischen Einrichtungen

Die Rolle der Achtsamkeit für Gesundheit in der Organisationsentwicklung

3 Bilder
Das große Interesse am Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) zeigte sich auch bei der dritten Fachtagung der Unfallkasse Rheinland-Pfalz. „Über 100 Vertreter aus Landes- und kommunalen Einrichtungen haben unsere Einladung angenommen“, freute sich Wenke Simon, Präventionsmitarbeiterin der Unfallkasse. Zum Teilnehmerkreis gehörten u. a. Bürgermeister, Ansprechpartner zum BGM und Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM), Personalverantwortliche und Personalräte.

„Gesundheitsförderung ist ein Gebot der Humanität. Gesundheitsförderung ist auch ein aktiver Teil des Bemühens der Unfallkasse, der ganzheitlich zu sehen ist. Wer zufrieden und gesund den Feierabend lebt, steigert seine Arbeitsqualität. Und wer zufrieden im Berufsleben ist, nimmt dieses Gefühl mit nach Hause“, hob Geschäftsführerin Beate Eggert in ihren Begrüßungsworten hervor.

„Ziel und wichtiger Baustein für einen Kulturwandel ist die Rolle der Achtsamkeit für Gesundheit in der Organisationsentwicklung“, berichtete Prof. Dr. Bernhard Badura von der Universität Bielefeld. In seinem Plenarvortrag eröffnete er Wege zur nachhaltigen Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Leistungsbereitschaft der Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung. „Nicht das Lebensalter ist ein entscheidender Faktor, sondern die Lebensqualität, also die gesunden Lebensjahre. In Deutschland hat man durchschnittlich mit 57 bis 58 beschwerdefreien Jahren zu rechnen, das sind elf Jahre weniger als in Schweden“, führte Prof. Dr. Badura aus. Er gab zu bedenken, dass Deutschland im Vergleich zu den Gesundheitssystemen in hochentwickelten Ländern bei den Aufwendungen weit vorne liegt, bei den „Erträgen“, der Lebenserwartung und der Gesundheit, jedoch auf den hinteren Plätzen stehe. „Vorherrschend ist gegenwärtig vielfach noch eine Kultur der Unachtsamkeit und Sorglosigkeit gegenüber der Gesundheit“, so Prof. Dr. Badura. Seelische Gesundheit sei noch häufig ein Tabuthema. Auch führte er vor Augen, dass noch immer viele Menschen der Ansicht seien, dass am Arbeitsplatz anwesend „gesund“ und abwesend „krank“ heißt. Ein Kulturwandel beim Thema Gesundheitsförderung sei notwendig und müsse von allen in einer Organisation getragen werden.

Die anschließende Diskussion machte deutlich, dass Prof. Dr. Badura zum Thema BGM und „Gesund Führen“ wichtige Fragestellungen aufgeworfen hatte.

Im Anschluss an den Plenarvortrag hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, zwischen vier Workshops zu wählen, welche verschiedene Teilaspekte der Organisationsentwicklung im Rahmen des BGM thematisierten. „Kommunikation – was heißt zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit?“ war der Titel des Workshops mit der Referentin U. Johanna Klugstedt, Leiterin des Instituts für Gesundheitsförderung in Mettmann. Paul Bomke, Geschäftsführer des Pfalzklinikums für Psychiatrie und Neurologie Klingenmünster, überzeugte mit seinem praxisnahen Impulsvortrag im Workshop „Führung – ein zentraler Baustein im BGM“. Sabine Can vom Personal- und Organisationsreferat stellte am Beispiel der Stadt München vor, wie es gelungen ist, erste Projekterfahrungen zum BGM in einer Dienstvereinbarung zu bündeln. Ihre Erfahrungen zur Partizipation stießen bei Vorgesetzten und Personalvertretern gleichermaßen auf Interesse. Der vierte Workshop befasste sich mit dem Betrieblichen Eingliederungsmanagement als Chance, das BGM neu zu leben. „Disability-Managerin“ Daniela Marquardt referierte dazu u. a. am Beispiel der Firma Ford in Saarlouis.

„Für mich war besonders der Beitrag von Prof. Dr. Badura von großer Bedeutung. Ich habe mir von der Veranstaltung neue Impulse für meine Masterarbeit ‚Ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in kommunalen Organisationen‘ erhofft und diese auch in der Fachtagung erhalten“, zeigte sich Dorothee Weiss von der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz mit dem Inhalt der Veranstaltung zufrieden. Auch Ramona Mika-Lorenz, Kemperhof – Gemeinschaftsklinikum Koblenz-Mayen, gab eine positive Rückmeldung zur Fachtagung: „Von Prof. Dr. Badura habe ich schon sehr viel gelesen. Er gibt praktische und einfache Hilfsmöglichkeiten, auf die man alleine gar nicht kommt. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg.“

„Die Unfallkasse bietet nicht nur Fachtagungen und Seminare mit Top-Referenten an, sondern die Inhalte werden hier auch vorgelebt“, lobte Herbert Keifenheim, Personalratsvorsitzender der Stadtverwaltung Mayen und Ortsbürgermeister in Kehrig.

Die nächste Fachtagung rund um das Thema Gesundheit im Betrieb findet am 6. November 2012 in Andernach statt. Weitere Seminar- und Workshopangebote der Unfallkasse sind online unter www.ukrlp.de zu finden.

Quelle: Unfallkasse Rheinland-Pfalz

Weitere Beiträge:
Malteser Logo2
Für Verletzte und Augenzeugen schwerer Unglücke sowie für Angehörige von Verstorbenen bieten die Malteser verstärkt eine psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) an: ... mehr
Vom 22.-24.04.2010 findet in Salzburg (Österreich) die "Internationale Fachtagung für Leitungs- und Einsatzmanagement 2010" statt. mehr
59. vfdb Jahresfachtagung in Berlin gestartet
Es ist soweit- das „Who ist Who“ des deutschen Brandschutzes trifft sich im „Berliner Congress Centrum BCC“, das im Herzen Berlins, direkt am Alexanderplatz liegt, zur ... mehr
Bilder und Videos zu diesem Beitrag
Das könnte Sie auch interessieren
A+A 2009 setzt auf das Thema Katastrophenschutz mit Spezial-Forum und Live-Präsentationen Die A+A 2009 in Düsseldorf, die international führende Veranstaltung für die Themenkombination ... mehr
am 03.11.2009 08:00
von retter.tvretter.tv user logo        
Nehmt Rücksicht und helft Schulanfängern
Für Schulanfänger beginnt mit der Einschulung ein neuer Lebensabschnitt mit neuen Eindrücken und Herausforderungen. Besonders im Verkehr ist jedoch Vorsicht gefragt. Hier sollten ... mehr
am 29.07.2011 09:06
von Christian HoferMann     
Um diese Funktion zu nutzen,
müssen Sie ein registriertes Mitglied von retter.tv sein.

Sie wollen aktiv an retter.tv teilnehmen, dann melden
Sie sich jetzt kostenlos an.

weiter zur Anmeldung