Human Rights Watch

Deutschland | am 20.07.2011 - 14:32 Uhr | Aufrufe: 3341

Human Rights Watch ist eine weltweit führende, unabhängige Nichtregierungsorganisation, die sich für den Schutz und die Verteidigung der Menschenrechte einsetzt. Seit 30 Jahren arbeitet Human Rights Watch daran, die rechtlichen und moralischen Grundlagen für dauerhaften Wandel zu schaffen sowie Gerechtigkeit und Sicherheit für alle Menschen weltweit einzufordern.

Geschichte

Human Rights Watch.pngIm Jahr 1978 wurde Human Rights Watch unter dem Namen Helsinki Watch gegründet. Bürgerrechtsgruppen in den ehemaligen Ostblockstaaten sollten unterstützt und die Einhaltung des Helsinki-Abkommens von 1975 zu überwacht werden.
Americas Watch wurde im Jahr 1981 zu einem Zeitpunkt ins Leben gerufen, als in Zentralamerika blutige Bürgerkriege tobten.
In den 1980er Jahren schlossen sich innerhalb kurzer Zeit Asia Watch (1985), Africa Watch (1988) und Middle East Watch (1989) den so genannten „The Watch Committees" an. Den Namen Human Rights Watch nahm die Organisation offiziell im Jahr 1988 an.
Neue Herausforderungen im Bereich der Menschenrechte führten in den 1990er Jahren zu bedeutenden Veränderungen in der Arbeit von Human Rights Watch. Im Golfkrieg von 1991 wurden zum ersten Mal Verstöße gegen das Kriegsrecht bei Luftangriffen festgestellt und dokumentiert. Auf dem Balkan und in Ruanda forderten „ethnische Säuberungen“ und Genozid eine unmittelbare Berichterstattung. Die Gräueltaten erforderten der Dokumentation, so dass eine internationale Strafverfolgung ermöglicht werden konnte.
1997 erhielt Human Rights Watch als eines der Gründungsmitglieder der Internationalen Kampagne für das Verbot von Landminen den Friedensnobelpreis.


Ziele, Themen und Projekte

Human Rights Watch unternimmt sorgfältige Untersuchungen um eine objektive und wirksame Berichterstattung zu gewährleisten. Dabei ist die Einflussnahme auf politische Entscheidungsträger zielführend. Die Arbeit findet oft in Zusammenarbeit mit lokalen Menschenrechtsgruppen statt. Jedes Jahr veröffentlicht die Organisation mehr als 100 Berichte zur Menschenrechtslage in rund 80 Ländern.

Die Mitarbeiter von Human Rights Watch beobachten vor Ort kontinuierlich die Menschenrechtslage. Sie führen Gespräche mit Opfern oder Zeugen von Menschenrechtsverletzungen. Die Organisation steht außerdem mit Menschenrechtsverteidigern, Journalisten, Länderexperten und Regierungsvertretern vor Ort in engem Dialog.

Die Themen von Human Rights Watch sind vielfältig, u.a. beschäftigt sich die Organisation mit Waffen. 2010 trat das Verbot von Streubomben in Kraft, was den unermüdlichen Anstrengungen von Human Rights Watch zu verdanken ist. Die Mitarbeiter setzen sich gegen den Terrorismus ein und engagieren sich für Kinderrechte, Frauenrechte und die Pressefreiheit. Weitere Themengebiete bilden Umwelt, Folter, Migration und Flüchtlinge.

Das Human Rights Watch International Film Festival
Die Organisation hat das Human Rights Watch International Film Festival ins Leben gerufen. Hintergrund ist die Idee, dass Filme zur Aufklärung beitragen können und ebenso ein öffentlichkeitswirksames Forum darstellen. Das Festival präsentiert  Spiel-, Dokumentar- und Zeichentrickfilme zum Thema Menschenrechte, um zu informieren, aufzuklären und für das Thema Menschenrecht zu sensibilisieren.


Struktur und Aufbau

Human Rights Watch ist eine gemeinnützige, nichtstaatliche Menschenrechtsorganisation. Der Hauptsitz von Human Rights Watch befindet sich in New York. Weitere Büros werden in  Berlin, Brüssel, Chicago, Genf, Johannesburg, London, Los Angeles, Moskau, Paris, San Francisco, Tokio, Toronto und Washington unterhalten.
Weltweit engagieren sich 275 Mitarbeiter für die Menschenrechte, darunter Länderexperten, Anwälte, Journalisten und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachgebieten und Ländern. Die sogenannten Researcher arbeiten von den internationalen Büros aus, leben vor Ort oder in der Nähe der Länder, in denen sie Untersuchungen durchführen.
Human Rights Watch wird durch Spenden von Privatpersonen und Stiftungen aus der ganzen Welt unterstützt. Damit die Organisation ihre Unabhängigkeit wahren kann, werden weder direkte noch indirekte Spenden von Regierungen angenommen.

Weitere Informationen zu Human Rights Watch finden Sie auch direkt auf der Homepage der Menschenrechtsorganisation.

Bild: Copyright 2009 Michael Kavanagh

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