Jessen: Rettungswagen nach 35 Minuten am Einsatzort

Ein 62-jähriger Mann ist in seinem eigenen Zuhause gestürzt und wartete 35 Minuten auf den Krankenwagen. Das Fahrzeug musste aus dem weiter entfernten Wittenberg anreisen, denn die Region verfügt nur über zwei Rettungswagen, von denen einer nachts nicht in Betrieb genommen wird.

Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtete, empörte sich der 62-Jährige über die Situation, in die er geraten war. Ganze 35 Minuten musste der Patient auf seinen Transport mit dem Krankenwagen warten. Beim Sturz zog sich der Mann drei Armbrüche, Kopfplatzwunden und einen zerschmetterter Ellenbogen zu. Über Schlimmeres mag er gar nicht erst nachdenken.

Rettungssanitäter nach acht Minuten vor Ort

Auf der anderen Seite waren zwei Rettungssanitäter bereits nach acht Minuten vor Ort. Und auch der Notarzt war weitere fünf Minuten später vor Ort und konnte den Patienten versorgen. Nur der Rettungswagen brauchte weitaus länger. Doch für die gesamte Region stehen zurzeit nur zwei Rettungswagen zur Verfügung. Einer davon ist seit Januar vom nächtlichen Einsatz ausgeschlossen. Nach Angaben der Mitteldeutschen Zeitung hatte die Kreisverwaltung die Dienstzeiten in andere Einsatzbereiche des Kreises vergeben.

Geeignetes Rettungsmittel innerhalb 12-Minuten-Frist

Es gibt jedoch auch Stimmen, die an der geschilderten Situation keinerlei Kritik fanden. Schließlich sei der Notarzt als geeignetes Rettungsmittel innerhalb der 12-Minuten-Frist des Rettungsdienstgesetzes am Einsatzort eingetroffen und hätte damit die Anforderung des Gesetzes erreicht. Für ein weiteres Rettungsmittel würden dann bereits andere Einsatzzeiten gelten.

Bild: retter.tv Symbolbild

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