Nach Tod von Pilzsammlerinnen: Polizei ermittelt gegen Klinikum Wolfsburg

Wolfsburg | am 28.10.2013 - 11:20 Uhr | Aufrufe: 1853

Zwei Pilzsammlerinnen im Alter von 57 und 86 Jahren – Mutter und Tochter – waren Anfang Oktober in Wolfsburg wahrscheinlich an den Folgen einer Pilzvergiftung gestorben. Nun ermittelt die Polizei gegen das Krankenhaus, da Hinweise vorliegen, wonach die beiden Frauen nicht ausreichend intensiv behandelt worden sein sollen. Das Klinikum bestreitet dies.

Nachdem die beiden Frauen Anfang Oktober ins Wolfsburger Klinikum kamen und offensichtlich Vergiftungsanzeichen aufwiesen, wurden sie kurz darauf wieder entlassen und fuhren mit dem Taxi in ihre Wohnung. Doch Zuhause besserte sich ihr Zustand nicht, weshalb beide am nächsten Tag noch einmal ins Klinikum fuhren. Nach ihren eigenen Angaben hatten sie Pilze gesammelt und diese mit Hilfe von alten Hausmitteln, z.B. einer Zwiebel, die sich bei vorhandenem Gift blau verfärben soll, auf Verzehrbarkeit geprüft.

Mutter und Tochter sterben nach Verzehr von Knollenblätterpilz

Bei ihrem erneuten Besuch im Krankenhaus war die Vergiftung scheinbar schon so weit fortgeschritten, dass beide – im Abstand von einigen Tagen – verstarben. Ein Taxifahrer, der die beiden Frauen nach ihrem ersten Besuch in der Notaufnahme nach Hause gebracht hatte, erhebt nun schwere Vorwürfe. Er habe die jüngere der beiden Frauen von der Notaufnahme zum Taxi und vom Taxi zu ihrer Wohnung stützen müssen, weil es ihr so schlecht ging. Für ihn unverständlich, weshalb das Krankenhaus die beiden dennoch nach Hause geschickt habe.

Polizei ermittelt gegen Klinikum Wolfsburg

Durch diese Aussage des Taxifahrers nahm die Polizei nun Ermittlungen zum Tod der beiden Frauen auf. Es muss geklärt werden, ob das Klinikum tatsächlich alles erdenklich Notwendig getan hat, um das Leben der Frauen zu retten oder ob ihre Symptome wohlmöglich auf die leichte Schulter genommen wurden. Das Klinikum in Wolfsburg hat zu den Vorwürfen bereits Stellung genommen und mitgeteilt, dass Experten für Pilzidentifikation und das Giftinformationszentrum Nord in solchen Fällen stets beratend hinzugezogen werden. Ob das in diesem Fall auch so war und ob das Klinikum den Tod der beiden Frauen hätte verhindern können, wird die Polizei in den nächsten Tagen klären müssen.

Quelle: Polizei Wolfsburg

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