Nordküste vor Rügen: Rettung aus Seenot in Minutenschnelle

Für die Besatzungen der DGzRS in Nord- und Ostsee war der Himmelfahrtstag einsatzreich. Für mehr als 50 Menschen waren die Seenotretter im Einsatz.

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Allein am Himmelfahrtstag, Donnerstag, 17. Mai 2012, waren die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) für mehr als 50 Menschen auf Nord- und Ostsee im Einsatz. Überwiegend kamen sie Freizeitskippern zu Hilfe, die mit ihren Booten durch Navigationsprobleme, Motorschäden oder Mastbrüche in Gefahr geraten waren.

Einsatz vor der Südspitze Amrums

Vor der Südspitze Amrums sicherte der Seenotkreuzer VORMANN LEISS/Station Amrum die Strandungsstelle des Ausflugsschiffes „Adler Express“, das festgekommen war. Ein anderes Ausflugsschiff übernahm alle 105 Passagiere und brachte sie sicher nach Hörnum auf Sylt. Beim nächsten Hochwasser kam die „Adler Express“ aus eigener Kraft wieder frei.

Kajakfahrer in Lebensgefahr

Lebensgefährlich war hingegen die Lage mehrerer Kajakfahrer in der Ostsee. Sie verdanken ihr Leben dem schnellen Eingreifen freiwilliger Seenotretter. Am Freitagmorgen, 18. Mai 2012, kenterte ein Paddler mit seinem Boot beim Angeln vor Rügens Nordküste. Gerd Hasselberg, Vormann des Seenotrettungsbootes KURT HOFFMANN/Station Glowe der DGzRS, beobachtete die Notlage des knapp 70-Jährigen gemeinsam mit einem vorbeikommenden Segler von Land aus: „Der Paddler versuchte, an Land zu schwimmen, schaffte es aber nicht“, berichtet Hasselberg. Sein Boot hatte der Angler bereits losgelassen. Er klammerte sich nur noch am Paddel fest.

Seenotretter ziehen Paddler aus dem Wasser

Hasselberg zögerte keine Minute. Kurzerhand nahm er zur Unterstützung den Segler an Bord der KURT HOFFMANN, die im Hafen von Glowe stationiert ist. Innerhalb kürzester Zeit waren der Vormann und sein spontaner „Kollege“ vor Ort: Sie zogen den völlig entkräfteten Paddler aus dem acht Grad kalten Ostseewasser an Bord und versorgten ihn mit wärmenden Decken. Die Körpertemperatur des Mannes, der weder Schutzkleidung noch Rettungsweste trug, lag bei nur noch 35 Grad. Seine Kräfte verließen ihn bereits. „Es war wirklich knapp. Lange hätte er nicht mehr durchgehalten“, berichtet Hasselberg. In Glowe übergab er den Geretteten an einen Rettungswagen, der den Paddler ins Krankenhaus brachte.

Junge Männer am Ausgang des Peenestroms gekentert

Bereits am Donnerstag, 17. Mai 2012, kam die Freiwilligen-Besatzung des Seenotrettungsbootes HEINZ ORTH/Station Freest, zwei Paddlern am Ausgang des Peenestroms zu Hilfe. Die beiden etwa 25 Jahre alten Männer aus Frankfurt/Oder waren in einer Bö gekentert und in einen Schilfgürtel getrieben. Im Uferschlamm waren sie gefangen und unterkühlten. Die Seenotretter, die soeben von einem anderen Einsatz nach Freest zurückgekehrt waren, fuhren die Unglücksstelle an und wateten im Überlebensanzug zu den jungen Männern. Sie brachten sie an Land und übergaben sie an einen Rettungshubschrauber, der die beiden ins Krankenhaus flog.


Quelle: DGzRS

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