Österreich: Falscher Sanitäter mischt bei Busunglück mit

St. Lorenz/Österreich | am 07.01.2017 - 11:35 Uhr | Aufrufe: 8531

Am vergangenen eilte ein vermeintlicher Sanitäter des Roten Kreuzes zu einem Busunfall in St. Lorenz am Mondsee. Wie sich später herausstellte: Der „Retter“ war kein Mitglied einer Rettungsorganisation und hatte sein Privatfahrzeug selbstständig zum Einsatzwagen samt Blaulicht umgerüstet.

So etwas hatten die Einsatzkräfte im oberösterreichischen St. Lorenz auch noch nie erlebt: Ein engagierter Sanitäter am Unglücksort, der sich sowohl Einsatzkleidung als auch Dienstfahrzeug besaß, obwohl er zu keiner Rettungsorganisation gehörte. Nach einem Busunglück waren die Einsatzkräfte ausgerückt und hatten die fünf Verletzten versorgt sowie sich mit dem Abtransport des Unglückfahrzeugs beschäftigt. Inmitten der Einsatzarbeiten erschien plötzlich ein einzelner, vermeintlicher Sanitäter aus Salzburg.

Mit Blaulicht an Unfallstelle gefahren

Der 54-Jährige Salzburger war sowohl mit Einsatzkleidung des ÖRK, Notfallkoffer und Artzttasche als auch einem Rettungsfahrzeug samt Blaulicht ausgestattet, mit dem er an die Unfallstelle gefahren war. Wie der ORF berichtete, hatte er den Kräften vor Ort erzählt, von der Leitstelle in Salzburg geschickt worden zu sein. Wegen des schlechten Wetters sei er als Teil des Hubschrauberdienstes angewiesen worden, mit dem Privatauto zu fahren. Als er eintraf, waren die Verletzten bereits abtransportiert, der „Sanitäter“ beobachtete vor allem die Bergung des Buses.

Als „Einsatzleiter“ Fernsehinterview gegeben

Auf die Spur des falschen Retters kamen die Beamten durch ein Fernsehinterview des ORF. Der Salzburger hatte sich als „Einsatzleiter“ ausgegeben und vor laufender Kamera seinen vollen Namen genannt. Wie sich herausstellte, handelt es sich bei dem Mann um einen ausgebildeten Sanitäter des Bundesheers sowie Krankenpfleger. Bei einer ersten Befragung gab er an, dass er im Radio von dem Unglück gehört hatte und deshalb nur helfen wollte. Er muss sich nun für die Fahrt mit Blaulicht verantworten, was eine Gefängnisstrafe bis zu einem halben Jahr bedeuten kann.

Bild: retter.tv Symbolbild

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