Pannen-Leitstelle in Elmshorn auf dem Prüfstand

Elmshorn | am 13.05.2013 - 10:53 Uhr | Aufrufe: 4717

Die katastrophalen Zustände in der Leitstelle Elmshorn wurden der Öffentlichkeit durch den Brief einiger Rettungsdienstmitarbeiter an eine lokale Zeitung bekannt. Die Politik will nun reagieren, die Verantwortlichen der Leitstelle sehen die Vorwürfe teilweise unbegründet.

Über die katastrophalen Zustände in der Elmshorner Leitstelle hat ein öffentlicher Brief von Rettungsdienstmitarbeiter hingewiesen (retter.tv berichtete). Nun will die Politik zügig reagieren, um Missstände abzustellen, denn klar ist, das System ist mit seiner Störanfälligkeit nicht mehr lange tragbar. Verantwortliche der Leitstelle sehen manche Vorwürfe aber unbegründet.

Brandbrief von Landrat Olaf Scholz

Landrat Olaf Scholz hat sich in einem Brandbrief an das Kieler Innenministerium gewandt, darin fordert er Innenminister Andreas Breitner auf, die Missstände zu analysieren und aufzuarbeiten. Seit der Einrichtung der Leitstelle 2010 erschweren nämlich nicht nur die besagten technischen Mängel die Arbeit der Disponenten, sondern auch ganz einfache bauliche Mängel.

Keine Todesfälle verursacht

Stephan Bandlow- Hoyer, der den Feuerwehr- und Rettungsdienstteil der Leitstelle verantwortet, will die Vorwürfe, die Fehler und Mängel hätten zu Todesfällen geführt, so nicht stehen lassen. Es würden alle Fälle überprüft und bisher habe man keinerlei Anhaltspunkte für einen solchen Sachstand gefunden. Häufige Probleme in der Technik räumt er ein, verweist aber auch auf den Kreis, der Leistellenträger ist. Landrat Stolz verweist auf die Verantwortlichkeit des Landes, das die fehlerhafte Technik beschafft hat.

Störanfälliger als alle anderen Einrichtungen im Land

Auch die Polizei räumt auf Nachfrage ein, dass die Leistelle in Elmshorn weit störanfälliger ist, als alle anderen. Eben dieses System ist aber auch sonst nirgendwo in Deutschland bisher im Einsatz und zeigt auffällig viele Störfelder. Ein Testlabor soll herausfinden, welche Hardware-  und welche Software-Komponenten austauschbar und verknüpfbar sind. Aufgrund der erreichten Öffentlichkeit scharrt die Politik jetzt natürlich mit den Hufen. Druck auf das Innenministerium ausüben ist nun die Forderung von CDU und SPD. Auch eine Rückkehr zum alten, getrennten System ist denkbar, oder sogar ein kompletter Neubau des Leistellengebäudes.

Weitere Informationen zum Leitstellenstreit finden Sie hier.
Bildquelle: retter.tv Symbolbild

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