Patient schon tot: Notarzt verweigert Einsatz

Mücheln | am 21.10.2016 - 09:42 Uhr | Aufrufe: 4927

Weil der Patient bereits tot war, weigerte sich ein Notarzt aus dem Saalekreis, zum Einsatzort zu fahren. Damit verstieß er gegen das Rettungsdienstgesetz.

Wie mz-web.de berichtet, kam es im Sommer zu diesem Vorfall: Ein Autofahrer hatte den Notruf gewählt, weil er an einer Landstraße bei Mücheln eine leblose Person an einem Baum baumelnd entdeckt hatte. Die Leitstelle alarmierte unverzüglich den diensthabenden Notarzt – doch dieser weigerte sich zum Einsatzort zu fahren. Seine Begründung: Der Patient sei bereits tot.

Keine strafrechtlichen Konsequenzen

Nun erklärte die Kassenärztliche Vereinigung laut mz-web.de, dass dieses Verhalten des Mediziners als fehlerhaft gewertet wird. Er hätte trotz Bedenken zum Einsatz antreten müssen. Eine Ferndiagnose sei ohnehin problematisch. Obwohl der Notarzt gegen das Rettungsdienstgesetz Sachsen-Anhalt verstoßen hat, muss er keine strafrechtlichen Konsequenzen befürchten, da der Patient tatsächlich bereits tot war. Zudem wird seine Schuld dadurch gemindert, dass er nicht direkt über seinen Melder alarmiert wurde und sich zusätzlich bei der Polizei versicherte, ob ein Notarzt noch notwendig war. Anschießend habe er einen anderen Arzt zur Einsatzstelle geschickt, so mz-web.de.

Kassenärztliche Vereinigung kann Notärzte ausschließen

Damit Fälle wie in Mücheln nicht häufiger vorkommen, belehrt die Kassenärztliche Vereinigung die Notärzte regelmäßig über ihre Pflichten. Sollte ein Notarzt des Öfteren gegen die vereinbarten Regelungen verstoßen, kann er vom Dienst ausgeschlossen werden. Welche Konsequenzen auf den Notarzt aus Mücheln zukommen, ist nicht bekannt.

Bild: retter.tv Symbolbild

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