Rettungsassistent leitet Selbstschutzseminar für Menschen mit Behinderung

Deutschland | am 09.06.2015 - 11:39 Uhr | Aufrufe: 1209

Drohender Gefahr aus dem Weg gehen. Laut schreien, treten, beißen, kratzen schlagen wenn ein tätlicher Angriff erfolgt. Von Alfred Brandner Dozent in der Gewaltprävention/Rettungsdienst Wie können sich behinderte Menschen vor Angreifern schützen? Dreizehn hochmotivierte Teilnehmer mit Handicap, hatten sich zu einem Selbstschutzseminar am 23.

Rettungsassistent leitet Selbstschutzseminar für Menschen mit Behinderung5.2015 in Heiningen angemeldet. Dreißig Jahre im Einsatzdienst als Rettungsassistent, brachten die Erfahrung, dass tätliche Übergriffe, auch auf behinderte Menschen keine Seltenheit sind. Dieser Sachverhalt entspricht auch den Erkenntnissen eines Teilnehmers.

Doch wie kann man sich wirksam schützen?
Vorrangig wurden die verschiedenen Möglichkeiten zur Gewaltprävention besprochen. Doch in Ausnahmelagen sollte man sich schon auch mal wehren können. Man muss lernen, schnell aus einer eventuellen Schockstarre zu kommen. Unverzügliche Reaktionen sind gefragt. Befreiungsgriffe, wenn erforderlich auch Tritte, in Kombination mit einem lauten Kampfschrei, schaffen Freiraum um flüchten zu können- mehr muss nicht sein. Die Verwicklung in ein anhaltendes Kampfgeschehen ist nicht vorgesehen.

Aber das ist alles leichter gesagt als getan. „Hi“ wie ein leises Kichern klingt der Kampfschrei der „Schüler“, aber das wird sich ändern. Die Leute werden lernen die Angst vor einer erforderlichen Gegenwehr abzulegen. Hochmotivierte Teilnehmer, mit einem erstaunlich schnellen Aufnahmevermögen, waren mit Elan bei der Sache. Geübt wurden verschiedene Befreiungstechniken aus Umklammerung, Handhaltegriffen, und Würgen.

Nach nahezu vier Stunden waren die ersten Hürden genommen. Die Teilnehmer haben gelernt wie man erkennbarer Gefahr aus dem Weg geht, wie man Passanten um Unterstützung auffordert, wie man in Schutzzonen flüchtet (Ladengeschäfte, Arztpraxen usw.) und in Ausnahmelagen, bei tätlichen Angriffen laut schreien, treten, beißen, kratzen, schlagen, alles nur Übungssache- es hat bestens funktioniert. Auch der Kampfschrei kommt nun überzeugend rüber.

Bild- und Textquelle: Alfred Brandner

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