Rettungsdienstgesetz in Bayern: Besonders hohe Auflagen schrecken private Anbieter ab

München | am 10.12.2012 - 10:39 Uhr | Aufrufe: 1475

Die etablierten Hilfsorganisationen haben mit Schrecken auf die Änderung des Rettungsdienstgesetzes in Bayern geblickt. Private Rettungsdienstanbieter hatten gegen ihre Benachteiligung bei der Vergabe geklagt und Recht bekommen. Jetzt scheint sich das Blatt doch noch einmal zu wenden.

 

In Bayern wurden die etablierten Rettungsorganisationen wie BRK, Malteser und Johanniter bisher bei der Vergabe des Rettungsdienstes per Gesetz bevorzugt. Dagegen hatten private Rettungsdienstanbieter geklagt und damit eine Änderung des Rettungsdienstgesetzes in Bayern erwirkt. In Zukunft sollten private Rettungsorganisationen gleichgestellt und damit zu einer großen Konkurrenz werden. Doch das bayerische Innenministerium hat nun eine Ankündigung gemacht, die die etablierten Hilfsorganisationen aufatmen lässt.

Hohe Anforderung für Rettungsdienst-Lizenz in Bayern

Die Lizenz für den Rettungsdienst wird in Zukunft an hohe Anforderungen gebunden sein. Wer zum Beispiel keine ausreichende Anzahl an (freiwilligen) Kräften für Großschadenslagen besitzt, bekommt keine Lizenz. Hier sind die etablierten Hilfsorganisationen wir Johanniter, BRK und Malteser mit ihren zahlreichen Ehrenamtlichen deutlich im Vorteil. Es wurde befürchtet, dass private Rettungsdienstanbieter mit Dumpingpreisen zur Konkurrenz im bayerischen Rettungsdienst werden. Wie in vielen anderen Bundesländern in Deutschland, wurde auch in Bayern befürchtet, dass die privaten Rettungsdienstanbieter den Preiskampf über die Löhne der Mitarbeiter austragen. Die hohen Anforderungen, die für die Vergabe einer Lizenz für den Rettungsdienst gelten, werden viele private Anbieter vom bayerischen Markt verdrängen.

Quelle: Augsburger Allgemeine

Bild: retter.tv Archivbild

 

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