Seenotrettung – nur ein Marine-Hubschrauber einsatzbereit

Die Ausrüstungsprobleme der Bundeswehr treffen auch die Seenotrettung. Derzeit ist nur ein Marine-Hubschrauber einsatzbereit – für Nord- und Ostsee.

Symbolbild BlaulichtDie SAR-Hubschrauber der Bundeswehr sollten eigentlich rund um die Uhr einsatzbereit sein, doch ein Bericht der Tagesschau stellt Gegenteiliges fest. Demnach ist derzeit nur ein einziger Hubschrauber der Marine einsatzklar. Stationiert ist dieser bei Nordholz in Niedersachsen, gemäß den Vorschriften muss die Bundeswehr jedoch den gesamten, deutschen Bereich an Nord- und Ostsee abdecken. Bis der einzelne Hubschrauber im Ernstfall jedoch an der polnischen Grenze ist, vergeht viel Zeit.

Außenposten in Warnemünde und Helgoland ohne Marine-Hubschrauber

Die beiden anderen Außenposten in Warnemünde und Helgoland sind demnach derzeit ohne einsatzfähigen Marine-Hubschrauber. Die Tagesschau zitiert einen Sprecher, dass sich der SAR-Dienst an diesen Stellen intensivieren werde, sobald sich die Materiallage entspanne. Die Seenotrettung kann die Marine derzeit so eigentlich nicht stemmen. Man verweist auf viele private Hubschrauber, die von der Industrie bezahlt werden, die ebenfalls die Seenotrettung übernehmen können, doch von denen können nur 15% nachts eingesetzt werden und deren Aufgabe wäre es eigentlich auch nicht.

Bundeswehr kann Piloten gar nicht ausreichend ausbilden

Außerdem könne die Bundeswehr aufgrund der fehlenden Hubschrauber die Piloten gar nicht in dem Maße ausbilden, in welchem es nötig wäre. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des deutschen Bundestags, Hans-Peter Bartels bezeichnet die Situation als „extrem ärgerlich“. Man müsse sich die Seenotrettung auch leisten können, wenn man sie schon vom Verkehrsministerium übernimmt.

Bild: retter.tv Symbolbild

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