Sicherheitsbestimmungen im Umgang mit Schmerzmitteln verschärft

Sigmaringen | am 25.04.2012 - 08:12 Uhr | Aufrufe: 2538

Notärzte und Rettungsassistenten müssen bei Einsätzen auch mit starken Medikamenten arbeiten. Obwohl im März ein Rettungsassistent in Sigmaringen von dem Vorwurf, Schmerzmittelreste selbst genommen zu haben, freigesprochen wurde, hat man die Sicherheitsbestimmungen im Umgang mit Opiaten nun verschärft.

Schmerzmittel unterliegen Betäubungsmittelgesetz

Für Rettungsassistenten und Notärzte gehört der Umgang mit stark wirkenden Medikamenten zum Berufsalltag. Da diese Opiate allerdings dem Betäubungsmittelgesetzt unterliegen, müssen hier besondere Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. Diese wurden nun auf Grund des Prozesses gegen einen Rettungsassistenten aus Sigmaringen verschärft. Dem Mann wurde vorgeworfen, Restmengen des Schmerzmittels „Fentanyl“ selbst genommen zu haben. Da sich der Vorwurf nicht erhärtete, sprach das Amtsgericht Sigmaringen den Rettungsassistenten frei.

Rettungsassistenten dürfen Restmengen selbst entsorgen

Im Rahmen des Prozesses gegen den Rettungsassistenten vor dem Amtsgericht Sigmaringen kam auch zur Sprache, wie mit Restmengen von Schmerzmitteln umgegangen wird. Es kam heraus, dass manche Notärzte es den Rettungsassistenten selbst überlassen, die Reste auf den Boden zu spritzen. Dr. Rüdiger Lott, leitender Notarzt seit 2004, ist über dieses Verfahren entsetzt. Das Betäubungsmittelgesetzt sieht eindeutig vor, dass Restmengen von Schmerzmitteln durch Ärzte entsorgt werden müssen.

Sicherheitsbestimmungen in Sigmaringen eigentlich vorbildlich

Die Sicherheitsbestimmungen in Sigmaringen sehen vor, dass Schmerzmittel in der Krankenhausapotheke vorrätig sind. Auf Anweisung eines Notarztes werden die Opiate von dort aus an die Rettungsdienste verteilt, in Sigmaringen sind das das DRK und die Malteser. Dabei wird jeder Schritt genauestens dokumentiert. Der Notarzt selbst hat bei einer Einsatzfahrt keine Medikamente bei sich, diese sind gesondert im Rettungswagen gesichert. Und laut den Sicherheitsbestimmungen in Sigmaringen hat der Notarzt die Restmengen selbst zu entsorgen.

Interne Verschärfung der Sicherheitsbestimmungen im Umgang mit Opiaten in Sigmaringen

Vor dem Hintergrund des Prozesses gegen den Rettungsassistenten wurden die Sicherheitsbestimmungen in Sigmaringen intern verschärft. Bisher durften die Rettungsassistenten bereits vor dem Eintreffen des Notarztes die Medikamente vorbereiten. Jetzt müssen sie warten, bis der Arzt da ist und die Schmerzmittel unter seiner Aufsicht in eine Spritze füllen. Die Bestimmungen orientieren sich dabei an den Vorschriften im Krankenhaus, auch hier haben nur Ärzte und besonders zuverlässige Mitarbeiter Zugang zu den Schmerzmitteln.

Hier erfahren Sie mehr über die verschärften Sicherheitsbestimmungen im Umgang mit Schmerzmitteln in Sigmaringen.

Bild: retter.tv Archivbild

Weitere Beiträge:
Am 21. April 2012 fand im Theresienkrankenhaus in Mannheim die 35. Notfallmedizinische Tagung der Johanniter Baden-Württemberg statt. So viele Teilnehmer wie noch nie informierten sich bei der ... mehr
Feuerwehr Bremerhaven.png
Am 02.01.2012 kam es gegen 15:00 Uhr erneut zu einem Übergriff gegen Fahrzeuge des Rettungsdienstes der Feuerwehr. Bei diesem Fall wurden, während eines Einsatzes in der Deichstrasse, ... mehr
Bilder und Videos zu diesem Beitrag
Das könnte Sie auch interessieren
Analgetikagabe durch Rettungsassistenten: Landkreis Cuxhaven realisiert Pilotprojekt zur präklinischen Analgesie mit Morphium
Seit dem 01. Januar 2012 dürfen speziell geschulte Rettungsassistenten im Landkreis Cuxhaven starkwirkende Schmerzmittel intravenös verabreichen. Die G.A.R.D. Cuxhaven, das DRK ... mehr
am 23.01.2012 12:59
von retter.tvretter.tv Profilbild     
Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie man mit Luftballons ein schwimmendes Floß bauen kann? Ihr habt noch nie etwas von Geocaching oder Letterboxing gehört oder wenn ja – ... mehr
am 16.04.2010 18:00
von Renate Joas
Um diese Funktion zu nutzen,
müssen Sie ein registriertes Mitglied von retter.tv sein.

Sie wollen aktiv an retter.tv teilnehmen, dann melden
Sie sich jetzt kostenlos an.

weiter zur Anmeldung