Situation am Horn von Afrika eskaliert – Kirchliche Hilfswerke fordern politische Lösung

Duisburg | am 28.11.2011 - 10:45 Uhr | Aufrufe: 271

Die kirchlichen Hilfswerke fordern die Bundesregierung auf, sich für einen politischen Lösungsprozess und eine Beendigung der militärischen Interventionen in Somalia einzusetzen. Die militärische Gewalt behindert massiv die humanitäre Hilfe, auf die mehr als 1,4 Millionen Menschen zum Überleben angewiesen sind – und auch die Mitarbeiter von Organisationen, die Nothilfe leisten wollen, sind gefährdet.

Situation am Horn von Afrika eskaliert – Kirchliche Hilfswerke fordern politische Lösung„Es ist erschreckend, dass in den internationalen Gremien inzwischen nur noch über militärische Strategien beraten wird", sagt Claudia Warning, Vorsitzende des „Beratungsausschusses Horn von Afrika". Es müsse umgehend mit allen Konfliktparteien gesprochen werden. „Dazu gehören auch die radikal-islamischen al-Shabab-Milizen. Wir werden sie weiterhin äußerst kritisch beurteilen, aber wir müssen beginnen, sie als Gesprächspartner ernst zu nehmen", so Karl Pfahler von der Kindernothilfe.

„Speziell in Somalia ist das Ausmaß der Katastrophe eindeutig die Folge von über 20 Jahren fehlgeleiteter Politik der internationalen Gemeinschaft", so Wolfgang Heinrich vom Evangelischen Entwicklungsdienst. „Darüber hinaus wird die von der internationalen Gemeinschaft gestützte Übergangsregierung von der somalischen Bevölkerung nicht anerkannt und akzeptiert. Das ist ein Grund dafür, dass al-Shabab nach wie vor Unterstützung in der Bevölkerung findet, auch wenn viele Somalis die fundamentalistische Interpretation des Islam ablehnen." Die internationale Gemeinschaft verfolge mit ihrer bedingungslosen Unterstützung der Übergangsregierung eine völlig einseitige Politik und sehe großzügig über die Unfähigkeit und selbst massive Korruption der Übergangsregierung hinweg.

„Die internationale Gemeinschaft hat Signale der Verhandlungsbereitschaft seitens der Milizen missachtet", so Claudia Warning. „ Und damit eine Gelegenheit verschenkt, die Möglichkeiten einer politischen Lösung auszuloten. Eine militärische Intervention ist unter den gegenwärtigen Bedingungen und angesichts der Geschichte Somalias in den letzten 20 Jahren das Falscheste, was man tun kann."

Im „Beratungsausschusses Horn von Afrika" arbeitet die die Kindernothilfe zusammen mit der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Ev. Lutherischen Landeskirche Hannovers, Brot für die Welt, dem Evangelischen Entwicklungsdienst, dem Evangelisch Lutherischen Missionswerk in Niedersachsen und dem Berliner Missionswerk.

Quelle: Kindernothilfe

Weitere Beiträge:
Hunger in Ostafrika – „Zeit zu teilen“
UNICEF-Schirmherrin Bettina Wulff und Leiter der UNICEF-Nothilfe Elhadj As Sy starten Hilfsappell im Rahmen der UNICEF-Weihnachtsaktion 2011. mehr
World Vision - Zukunft für Kinder!
Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen fordert das Internationale Kinderhilfswerk World Vision besseren Schutz für Frauen und Mädchen gegen Übergriffe in ... mehr
"Kinder ohne deutschen Pass nach wie vor benachteiligt"– Kindernothilfe fordert uneingeschränkte Rechte
Mehr als 20.000 Kinder sind in Deutschland lediglich geduldet und müssen ständig in der Angst leben, abgeschoben zu werden. „Das ist ein unhaltbarer Zustand. Das Wohl des Kindes ... mehr
Bilder und Videos zu diesem Beitrag
Das könnte Sie auch interessieren
Hilfe am Horn von Afrika läuft an - Johanniter stellen 250.000 Euro für Nahrungsmittel bereit
„Die Situation ist sehr angespannt. Die Nomaden kämpfen um die wenigen Weideflächen und Wasserlöcher, die es noch in der Grenzregion von Kenia, dem Südsudan und Uganda ... mehr
am 20.07.2011 15:27
von Christian HoferMann     
Kindernothilfe - Entwicklung erleben
Die Kindernothilfe ist eines der größten christlichen Kinderhilfswerke in Europa. Sie fördert über 650.000 Kinder in 29 Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und ... mehr
am 26.10.2011 15:03
von retter.tvretter.tv Profilbild     
Um diese Funktion zu nutzen,
müssen Sie ein registriertes Mitglied von retter.tv sein.

Sie wollen aktiv an retter.tv teilnehmen, dann melden
Sie sich jetzt kostenlos an.

weiter zur Anmeldung