Spionage bei der Vergabe des Rettungsdienstes in Halle

Wenn viel Geld auf dem Spiel steht, schrecken manche Menschen vor nichts zurück. Das beweist auch der nun bekannt gewordene Fall von Spionage bei der Ausschreibung des Rettungsdienstes in Halle.

Die Ausschreibung ist vergangene Woche mit einem Vergabebeschluss durch den Stadtrat beendet worden. Nun ist bekannt geworden, dass einer der Bewerber zu unlauteren Mitteln gegriffen hat und versucht hat die Konkurrenz auszuspionieren. Die Stadt ist Träger des Rettungsdienstes und hat nun Anzeige erstattet. Bei diesem Ausschreibungsverfahren ging es um knapp 24 Millionen Euro, die Anbieter sind dabei per Gesetz zu absoluter Geheimhaltung verpflichtet.

Spion beim Rettungsdienst in Halle

Nach Informationen der Mitteldeutschen Zeitung sollen die Spionageversuche von einem Mitarbeiter eines „deutschlandweit tätigen Unternehmens“ ausgegangen sein. Der Mann soll zum Beispiel über Facebook Kontakt zu Mitarbeitern anderer Bewerber aufgenommen haben. Anschließend soll er versucht haben Informationen über die Wettbewerber zu bekommen. Der Spion soll sich nach Dienstplänen oder auch Bezahlung der Konkurrenz erkundigt haben. Ob er für diese Informationen Gegenleistungen angeboten hat ist noch nicht bekannt. Die Stadt hat den Vorfall und auch die Anzeige bereits bestätigt. Ria Steppan vom Presseamt sagte der Mitteldeutschen Zeitung: "Ein Mitbewerber hat versucht, mit unlauteren Methoden an ausschreibungsrelevante Daten zu gelangen, um sich Vorteile im Vergabeverfahren zu verschaffen".

Spionage bei der Vergabe des Rettungsdienstes in Halle

Den Zuschlag haben das Deutsche Rote Kreuz, der Arbeiter-Samariter-Bund und die Ambulance GmbH Merseburg erhalten. Diese drei Anbieter sichern bereits jetzt den Rettungsdienst in Halle und nun haben sie den Auftrag auch bis 2016 sicher. Insgesamt hatten sich fünf Anbieter um den Rettungsdienst in Halle beworben, ob unter ihnen auch das Unternehmen ist, das den Spion geschickt hat ist noch unklar.

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Bild: retter.tv Archivbild

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