Station Sassnitz: Flaggenwechsel auf neuem 36,5-Meter-Seenotkreuzer der DGzRS

Auf einem neuen großen, 36,5 Meter langen Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist der Flaggenwechsel erfolgt: Die Seenotretter haben ihr jüngstes Flottenmitglied am Freitag, 27. April 2012, von der Bauwerft Fr. Fassmer in Berne-Motzen an der Unterweser übernommen.

Die DGzRS überführt das Schiff, das derzeit noch mit der internen Bezeichnung SK 32 versehen ist, nun in die Ostsee auf seine künftige Station Sassnitz, die heute im Laufe des Tages erreicht werden soll. Im Zuge der Modernsierung der Rettungsflotte wird SK 32 den Seenotkreuzer WIHELM KAISEN (Baujahr 1978) ersetzen.

Zuschauer sind zur Taufe der Boote herzlich willkommen

Die Taufe ist für Sonnabend, 26. Mai 2012, 15 Uhr, im Sassnitzer Westhafen vorgesehen. Taufpatin ist die Gattin des Ministerpräsidenten Mecklenburg-Vorpommerns, Britta Sellering. Zu der öffentlichen Taufe erwarten die Seenotretter auch den Ministerpräsidenten Erwin Sellering. Zuschauer sind herzlich willkommen. Voraussichtlich wird eine junge Dame das Tochterboot taufen.

Probe auf „auf Herz und Nieren“

Seit dem Zuwasserlassen des neuen Seenotkreuzers Mitte März stehen umfangreiche Erprobungen des Schiffes „auf Herz und Nieren“ auf dem Programm. SK 32 hat die ersten in ihn gesetzten Erwartungen umfassend erfüllt. In den kommenden Wochen setzt die DGzRS die Erprobung aller Einrichtungen und Systeme fort.

Vorrausschauende Palnung

Mit dem Bau des neuen großen Seenotkreuzers für die Ostsee trägt das Rettungswerk vorausschauend dem ansteigenden Verkehrsaufkommen auf See Rechnung. Nach gut einjähriger Vorplanung vergab die DGzRS im Sommer 2009 den Auftrag zum Bau eines Ersatzfahrzeuges für die WILHELM KAISEN. Entwurf, Modellversuche, Strukturauslegung, Erstellung der Werkstattzeichnungen, Materialzuschnitt und -verformung beschäftigten die Werft und das Rettungswerk bis weit ins Jahr 2010 hinein. Die Kiellegung von SK 32 erfolgte im Dezember 2010. Der Neubau verfügt über eine leistungsstarke Feuerlöschanlage, ein Hubschrauberarbeitsdeck und ein umfangreich ausgestattetes Bordhospital. Die völlig neue Schiffsklasse ist in der bewährten Netzspanten-Bauweise konstruiert.

Die Eckdaten des Seenotkreuzers:

Länge über Alles: 36,45 Meter • Breite über Alles: 8,20 Meter • Tiefgang (50% Zuladung): 2,70 Meter Geschwindigkeit: 25 Knoten (ca. 46 km/h) • Besatzung: 11/5 Pers. (Stamm/Einsatz) Antrieb: drei Maschinen auf Festpropeller 1160 kW/1578 PS – 2465 kW/3352 PS – 1160 kW/1578 PS, insgesamt 4785 kW/6508 PS

 

Selbstverständlich sind Seenotkreuzer und Tochterboot als Selbstaufrichter konzipiert. Als Tochterboot kommt erstmals in der Geschichte der DGzRS ein gemeinsam mit der Werft „Marine Specialised Technology Ltd.“ entwickeltes schnelles Festrumpfschlauchboot (Rigid Inflatable Boat/RIB) mit geschlossener Kajüte für die Unterbringung von Geretteten und zur Durchführung von Krankentransporten in DGzRS-typischer Aluminiumbauweise zum Einsatz. Die Anforderungen in den Bereichen erreichbare Geschwindigkeit, Manövrierfähigkeit, erleichtertes Längsseitsgehen und Kostenersparnis gegenüber den bisherigen Tochterbooten bei vergleichbarer Sicherheit wurden vollständig erfüllt.

 

Die Eckdaten des Tochterbootes:

Länge über Alles: 8,90 Meter • Max. Breite: 3,60 Meter • Geschwindigkeit: 32 Knoten (ca. 59 km/h) Antrieb: zwei Motoren auf Wasserjets mit zusammen 376 kW (ca. 512 PS)

 

Wie alle Schiffe der DGzRS und ihre gesamte Arbeit wird auch dieser Neubau ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert.

 

Der Bau des Schiffes ist im Werft-Tagebuch der Seenotretter online nachzuverfolgen: www.seenotretter.de/werfttagebuch. Die DGzRS setzt von 54 Stationen in Nord- und Ostsee rund 60 Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote ein. Ihre eigene SEENOTLEITUNG BREMEN (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre) koordiniert zentral alle Einsätze. Trotz aller Technik: Im Mittelpunkt des Rettungswerkes steht nach wie die freiwillige Bereitschaft der Seenotretter zu ihren nicht selten gefahrvollen Einsätzen. Allein im Jahr 2011 waren die Einheiten der Rettungsflotte 2106 Mal im Einsatz. Dabei haben ihre Besatzungen 1323 Menschen aus Seenot gerettet oder aus drohenden Gefahrensituationen befreit.

 

Quelle: DGzRS

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