UNICEF startet große Masernimpfkampagne in Somalia

Somalia | am 31.10.2011 - 14:46 Uhr | Aufrufe: 315

100 Tage nachdem in Teilen von Südsomalia die Hungersnot ausgerufen wurde, befürchtet UNICEF eine weitere Todeswelle in Ostafrika und weitet seine Nothilfe weiter aus. In dieser Woche hat UNICEF in der somalischen Hauptstadt Mogadischu eine neue Impfkampagne gegen Masern für 750.000 Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und 15 Jahren gestartet.

UNICEF startet große Masernimpfkampagne in SomaliaUNICEF appelliert an die Verpflichtung aller Konfliktparteien das Wohlergehen und die Sicherheit der Kinder sicher zu stellen.

„Der Regen bringt zwar Erleichterung in den Dürregebieten in Somalia und den Nachbarländern. Doch damit steigt auch die Gefahr von Krankheiten und die Verteilung von Hilfsgütern wird erschwert“, sagte Elhadj As Sy, Leiter des UNICEF-Nothilfeeinsatzes in Ostafrika. „Die neu aufgeflammten Kämpfe im Süden Somalias machen es noch komplizierter, lebensrettende Hilfe zu den Kindern und ihren Familien zu bringen.“

Für stark mangelernährte Kinder ist die Todesgefahr durch Infektionskrankheiten wie Masern, Cholera und Malaria neun Mal höher als für gesunde Kinder. Bereits im Juli sind in Somalia sieben Mal mehr Kinder an Malaria gestorben als noch im gleichen Monat 2010. Hinzu kommt, dass unzählige Menschen auf der Flucht sind und kaum noch Abwehrkräfte haben. Die Flüchtlingslager sind überfüllt, es fehlt an sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen. Mit dem Beginn der Regenzeit erkranken immer mehr Menschen an Durchfall und Malaria. Auch im Nachbarland Kenia nehmen die Krankheitsfälle zu. Hier breitet sich auch das gefährliche Dengue-Fieber aus.

Infolge der anhaltenden Kämpfe im Grenzgebiet ist die Zahl der Somalier, die nach Kenia flüchten, von 3.400 in der vergangenen auf 100 in dieser Woche zurückgegangen. Aufgrund der Entführungen und des erhöhten Sicherheitsrisikos musste die Hilfe in den Flüchtlingslagern in Dadaab vorübergehend auf lebensrettende Hilfsmaßnahmen eingeschränkt werden. UNICEF wird jedoch die Hilfe für die stark mangelernährten und kranken Kinder fortsetzen und weiterhin Trinkwasserversorgung, Schulunterricht und Kinderschutzmaßnahmen mit Hilfe der Partnerorganisationen gewährleisten.

UNICEF ruft weiter dringend zu Spenden für die Kinder in Ostafrika auf:

Spendenkonto: 300.000
Bank für Sozialwirtschaft Köln; BLZ 370 205 00
Stichwort: Ostafrika

Quelle: UNICEF

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