Wird das Dieburger Krankenhaus St. Rochus vom Rettungsdienst gemieden?

Wie der Dieburger Anzeiger auf seiner Webseite berichtet, haben einige Ärzte das Gefühl, dass absichtlich weniger Patienten in das St. Rochus Krankenhaus eingeliefert würden. Inwiefern dies der Wahrheit entspricht, bleibt strittig.

Die Zeitung stellte fest, dass Personen, die bestimmte Verletzungen aufwiesen, seit geraumer Zeit und verstärkt seit Mai 2013 nicht mehr in das Dieburger Krankenhaus eingeliefert werden. So sei beispielsweise in den letzten Jahren wöchentlich mindestens ein Verletzter mit Oberschenkelhalsbruch in das St. Rochus gebracht worden. Laut dem Dieburger Anzeiger lässt sich diese Häufigkeit auch statistisch nachweisen. Im gesamten Jahr 2013 hingegen lieferte der Rettungsdienst noch keinen einzigen Patienten mit dieser Symptomatik. Die Zeitung vermutet deshalb, es könne sich hierbei um mehr als nur einen Zufall handeln. Während behandelnde Ärzte des Krankenhauses davon ausgehen, dass es einen handfesten Grund dafür gibt, dass operable Notfälle nicht mehr eingeliefert werden, sieht der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes in der Zeitung keine Schuld bei sich.

Zuweisungssystem könnte ursächlich sein

Der Dieburger Anzeiger zitiert einen Chirurgen, dem die Meidung „seines“ Krankenhauses durch den Rettungsdienst besonders auffiel. Laut der Zeitung ist der Mediziner aber der Meinung, dass den Rettungssanitätern kein Vorwurf zu machen sein. Offenbar sieht er die Gründe für das Ausbleiben der Patienten an höherer Stelle. Doch von oben käme diese Anweisung nicht, stellt der ärztliche Leiter in der Zeitung klar. Er schiebt die Schuld von sich und verweist auf das neuen Zuweisungssystem IVENA und die Kommunikation der Rettungskräfte mit den Krankenhäusern. Denn wohin ein Patient geliefert wird, entscheide nicht er, sondern verschiedene Kriterien, unter anderem auch der Verletzte selbst, berichtet der Dieburger Anzeiger. Wie das Problem, das in den Augen der Ärzte des St. Rochus Krankenhauses immer gravierender wird, gelöst werden könnte, scheint indes unklar. Solange sich nicht alle Beteiligten gemeinsam auf Ursachenforschung begeben, bleibt abzuwarten, wie sich die Frequentierung des Krankenhauses durch den Rettungsdienst entwickelt.

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