World Vision fordert: Afrikanische Union muss Heft in die Hand nehmen

Friedrichsdorf | am 26.08.2011 - 11:22 Uhr | Aufrufe: 396

Im Vorfeld der Geberkonferenz der Afrikanischen Union, die sich morgen in Äthiopien mit der Hungerkrise beschäftigen wird, betont die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision, dass das Bündnis schnell das Heft in die Hand nehmen muss, bevor es für Tausende von unterernährten Kindern zu spät ist.

Interview mit Jamila Adamou von World Vision zur Situation der Frauen und Kinder in Ostafrika„Die Afrikanische Union und die internationale Weltgemeinschaft sind schon Ende letzten Jahres gewarnt worden, dass eine schrecklich Dürre in der Region bevor steht“, betont Marwin Meier, Referent für Anwaltschaftsarbeit bei World Vision. „Wir brauchen schnell weitere finanzielle Unterstützung und eine Zusicherung, dass das Geld für die Kinder, die besonders schlimm von der Krise betroffen sind, verwendet wird.“

Am Horn von Afrika sind derzeit etwa 2,3 Millionen Kinder akut unterernährt.

2,4 Milliarden US-Dollar werden dringend benötigt, um den Menschen in der derzeitigen Situation zu helfen. Auch für Präventionsmaßnahmen in Bezug auf die Folgen von Klimaveränderungen muss künftig mehr investiert werden. „Wir müssen viel mehr Aufmerksamkeit auf nachhaltige Maßnahmen legen, um Familien und Kommunen auf solche Katastrophen vorzubereiten“, betont Meier. „Die Hilfe muss an die Gegebenheiten in den jeweiligen Ländern angepasst werden. Darum ist es so wichtig, dass die Afrikanische Union hierbei ihre Unterstützung zusagt.“

Viele Länder haben nationale Strategien zur Nahrungsmittelsicherheit verabschiedet, aber in vielen Ländern existieren sie nur auf dem Papier. „Die Verantwortlichen in den Ländern müssen ihre Versprechen halten und aktiv umsetzen,“ fordert Meier.

Im vergangenen Jahr hatten eine Reihe von internationalen Ländern einen Aktionsplan entwickelt, um die grundsätzlichen Ursachen von Nahrungsmittel-Krisen zu bekämpfen. Der Plan beinhaltet eine Partnerschaft zwischen Ländern, Regionen, Geberstaaten und Hilfsorganisationen und soll langfristige Entwicklungszusammenarbeit und akute Katastrophenhilfe verknüpfen, damit künftig Nahrungsmittelsicherheit hergestellt werden kann.

Die Afrikanische Union sollte die Umsetzung dieses Plans zu ihrer Priorität machen, um die aktuelle Krise zu bekämpfen, aber auch für die Zukunft vor zu sorgen.

World Vision plant, 100 Millionen US-Dollar für die Krise am Horn von Afrika zur Verfügung zu stellen.

In der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt World Vision die Menschen in seinen Regionalentwicklungsprojekten in Bezug auf Bewässerungssystemen, regional angepasste landwirtschaftliche Anbaumaßnahmen, wie z.B. dürreresistente Pflanzen und Beratung in Bezug auf Absatzmethoden auf den Regionalmärkten. In den Regionen, in denen World Vision diese Maßnahmen durchgeführt hat, sind die Menschen besser auf die Folgen der Dürre vorbereitet.

Quelle: World Vision

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