Geburt entwickelt sich zu Odyssee: Rettungsdienst wehrt Bären ab

Von dieser Geburt wird sie vermutlich noch ihren Enkeln erzählen: Bei einer hochschwangeren Frau setzen die Wehen ein – als sie sich in der dichten Taiga der russischen Republik Jakutien befindet. Der Rettungsdienst schafft es nach einigen Umwegen zwar bis zu ihr – doch damit war die „Odyssee“, zu der sich die Entbindung entwickelt hatte, noch nicht vorbei, denn neben den menschlichen schienen nun auch andere Lebewesen Interesse an diesem Spektakel gefunden zu haben.

Wie sputniknews.com berichtet wollte die junge Frau ihrem Mann und ihren Verwandten beim Fischen helfen. Deshalb fuhr sie in die russische Taiga. Was sie scheinbar nicht bedachte: Sie befand sich bereits in der 40. (also offiziell letzten) Schwangerschaftswoche, und hätte eigentlich darauf gefasst sein müssen, dass sie nicht mehr lange bis zur Geburt ihres Kindes hat. Und genau so kam es dann auch: mitten in der Wildnis setzen plötzlich die Wehen ein. Was dann passierte, könnte man ganz neutral als „Verkettung möglichst ungünstiger Ereignisse“ bezeichnen. Oder auch einfach nur: Sie hatte riesen Pech!

Auto bleibt in Morast stecken, Handy empfängt kein Signal

Denn nachdem sie von ihren Verwandten ins Auto gebracht wurde, damit sie in ein Krankenhaus gefahren werden konnte, blieb der Geländewagen im Morast stecken. Einfach mal schnell den Notarzt rufen ging auch nicht, denn sie bekamen vorerst kein Netz auf ihre Handys. Deshalb musste die Hochschwangere mit ihrer Schwester im Dickicht der Taiga warten, während ihr Mann zu einer Straße lief, um dort das Mobilfunknetz zu empfangen. Zu diesem Zeitpunkt dämmerte es bereits. Außerdem war es, wie zu dieser Jahreszeit und in diesem Gebiet üblich, sehr kalt.

Ärzte müssen Bären abwehren

Nachdem die Ärzte dann doch noch erreicht werden konnten, machten sich diese sofort zu der Frau auf, die jedoch aus oben genannten Gründen mit dem Auto nicht zu erreichen war. Also packten die Ärzte ihre Sachen und gingen zu Fuß weiter. Mitten in der Nacht konnte dank der ärztlichen Hilfe dann die Geburt eines kleinen Mädchens ermöglicht werden. Die Entbindung selbst gestaltete sich allerdings auch als nicht so einfach. Denn der Rettungsdienst hatte nicht nur mit der Geburtshilfe alle Hände voll zu tun, sondern musste nebenher auch noch sich in der Brunftzeit befindliche Bären von der Frau wegjagen. Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand, auch Mutter und Kind konnten in gutem Zustand ins Krankenhaus gebracht werden. Doch diese Odyssee von einer Geburt wird die Familie vermutlich nicht so schnell vergessen!

Bild: retter.tv Symbolbild

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