Das Fachprogramm hinter den Kulissen

„Gerade das Thema Terroranschläge stellt einen Schwerpunkt der diesjährigen Fortbildung dar.“ – Dr. Peter Sefrin hat als wissenschaftlicher Leiter mit uns über das Fachprogramm und die aktuellen Herausforderungen an Rettungskräfte gesprochen.

Ein großer Teil des Programms auf der RETTmobil ist seit jeher das umfangreiche Fortbildungsprogramm. Der Messeleitung geht es darum, Rettungskräfte auf aktuelle Herausforderungen optimal vorzubereiten. Die Planung orientiert sich deshalb zwingend an den speziellen Anforderungen, die nicht nur besondere Einsatzsituationen, sondern auch Patientengruppen an die Einsatzkräfte und Notärzte gleichermaßen stellen. Laut Dr. Peter Sefrin, der wissenschaftliche Leiter der RETTmobil sagt dazu: „bereits ein Dreivierteljahr vorher werden die anstehenden Themen diskutiert und mit möglichen Referenten abgesprochen“. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei darauf, hochkarätige Referenten zu gewinnen, um die Teilnehmer der Veranstaltungen und Workshops gut für den möglichen Einsatzalltag zu schulen.

„Besondere Patientengruppen stellen ihre speziellen Anforderungen sowohl an das Rettungspersonal als auch an die versorgenden Notärzte.“

Gerade der Umgang mit besonderen Patientengruppen wie adipösen, älteren und palliativen Patienten stellen medizinische Retter, Feuerwehrleute und auch Polizisten immer wieder vor Probleme. Dabei spielen nicht nur Fragen der medikamentösen Versorgung, sondern auch organisatorische Fragen wie etwa die Suche nach der richtigen Versorgungsstelle für die speziellen Bedürfnisse der Patienten eine Rolle. Aber auch der Umgang mit Opfer von Terroranschlägen, die über die bloßen körperlichen Verletzungen hinaus häufig auch tiefgreifend psychisch angeschlagen sind, wird im Rahmen der RETTmobil 2018 behandelt. „Auch in Zukunft müssen wir damit rechnen, dass wir von solchen Schadenslagen nicht verschont bleiben“, so Dr. Sefrin weiter.

„Eine ganz besondere Problematik ist das Verhalten der Bevölkerung gegenüber dem Rettungsdienst.“

Aber auch über die angebotenen Fortbildungen und Workshops hinaus hat die Branche der Rettungskräfte mit einer Vielzahl von Problemen zu kämpfen, die die RETTmobil so umfassend wie möglich aufgreifen will. Eine sehr dringliche Problematik ist derzeit die Besetzung der vorhandenen Stellen. Deutschlandweit haben Einsatzleitungen mit Personalmangel zu kämpfen. Laut Dr. Peter Sefrin liegt diesem Problem eine unzureichende Vergütung und ungenügende Rahmenbedingungen zugrunde. Ein sehr präsentes Thema ist aber auch der sich stetig verschlechternde Umgang mit Rettungskräften aller Art. „Nicht nur wird der Notruf zunehmend für Bagatellen wie Husten und Schnupfen missbraucht, auch werden Gaffer immer sensationslustiger und aggressiver, so dass allzu häufig auch das Rettungspersonal direkt am Unfallort angegriffen wird“, so Dr. Sefrin.

Bildquelle: Deutsches Rotes Kreuz

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