Die Retter der Bundeswehr auf der RETTmobil

Sie arbeiten in Krisengebieten rund um die Erde und retten verletzte Kameraden und Zivilisten. Alle Bilder finden Sie hier.

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Ein lauter Knall zerreißt die heiße afghanische Luft. Aus dem Führungsfahrzeug des Konvois der Bundeswehr, der eben noch durch ein kleines Dorf im Süden des Landes gefahren ist, steigt Rauch auf. Während die Kameraden des Konvois die Umgebung sichern, wird ein verletzter Kamerad aus dem Fahrzeugwrack gezogen und von den Sanitätern behandelt. Ein versteckter Sprengsatz, ausgelöst durch eine Druckplatte, hat die linke Seite des gepanzerten Fahrzeugs stark beschädigt.

Mit dem EAGLE IV wird der verletzte zur Kaserne verbracht

Wenige Minuten später heizt der EAGLE IV BAT, ein leichtgeschütztes SanKfz der Bundeswehr über die sandigen Straßen zur Forward Operation Base (FOB) der Bundeswehr. Der etwas andere Rettungswagen verfügt über doppelt gepanzerte Seitenelemente und verstärkte Bodenplatten. Im Fahrzeug kümmert sich ein Bundeswehrmediziner um den am Bein verletzten Soldaten. Die Crew des Fahrzeugs besteht aus dem Fahrer, einem ausgebildeten Sanitäter, dem Kommandanten, der als Rettungsassistent ausgebildet ist und dem Arzt auf dem Rücksitz. Der Kommandant steht über das Führungs- und Informationssystem (FIS) der Bundeswehr, einem Minicomputer, in direktem Kontakt mit den Notfallmedizinern auf der Basis. Die Bundeswehr plant, jeden Soldaten künftig mit einem kleinen USB-Stick auszustatten, der im Fall einer Verletzung an das FIS angeschlossen wird und sofort alle wichtigen Daten des Inhabers an die Notaufnahme übermittelt.

In der Luftlanderettungsstation (LLRS) wird der Kamerad versorgt

An der FOB angekommen, wird der Verletzte in ein Zelt gebracht. Was von außen aussieht, wie eine Zeltlandschaft, ist in Wirklichkeit ein hochmodernes Zentrum zur medizinischen Erst- und Notfallversorgung. Filtersysteme sorgen innerhalb der Zelte für ein steriles Klima bis hin zum Reinraumklima 1 Bravo, wie es in Operationssälen gefordert wird. Die Mediziner stabilisieren den Kameraden und bereiten ihn für den Ausflug in ein Bundeswehrkrankenhaus vor, wo die weitere Behandlung stattfindet.

Weltweit kann mit der LLRS in Katastrophen oder Kriegsschauplätzen die medizinische Erstversorgung gewährleistet werden

Die luftverlegbare Rettungseinrichtung (LSE) kann in Transportflugzeugen der Bundeswehr weltweit verlegt werden. Damit können die Module nicht nur in Kriegsschauplätzen, sondern auch in Katastrophengebieten eingesetzt werden. Zwar kann eine Zelteinheit nur bedingt Verletzte aufnehmen, im Zusammenschluss mit weiteren Modulen lässt sich so aber schnell ein Notfallhilfezentrum installieren.

Die Zeltsysteme des Sanitätslehrregiments Niederbayern sowie das SanKfz „EAGLE IV“ sind auch auf der RETTmobil zu bestaunen. Mehr Bilder zu den Fahrzeugen findet ihr in der Galerie.

Text und Bilder: Florian Schneider

 

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